Das Qualitätsverfahren der DGSv für Mitglieder ist von der Mitgliederversammlung 2006 in Kraft gesetzt worden und seit dem 01.01.2007 gültig. Es ist ein standardisiertes Verfahren für Mitglieder zur Weiterentwicklung der Qualität ihrer beraterischen Praxis im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP). Bei dem dialogischen Verfahren ist der Selbstevaluationsprozess in einer Qualitätsgruppe zentral. Für die inhaltliche Arbeit in der Qualitätsgruppe stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, die eine Selbsteinschätzung der eigenen Arbeit nach den Qualitätsdimensionen Struktur-, Prozess-, Konzept- und Ergebnisqualität ermöglichen.

Die Strukturqualität bezieht sich auf Rahmenbedingungen und Ausstattung, die institutionelle, personelle, finanzielle, materielle und räumliche Voraussetzungen betreffen (z.B. Verträge, Erreichbarkeit, Umgang mit vertraulichem Material). Hauptfragestellung: Was ist wie geregelt?

Mit Prozessqualität sind alle Aktivitäten und Vorgehensweisen gemeint, die den Beratungsprozess betreffen (z.B. ein Verfahren für Auswertungsgespräche, Kontraktgespräche, Beendigungskriterien, Methodenvielfalt). Hauptfragestellung: Wie wird etwas gemacht?

Im Rahmen der Konzeptqualität werden der Beratungsansatz, Werte und Überzeugungen, der Theoriehintergrund, Ethik, u.a. beschrieben. Hauptfragestellung: Was ist leitend dabei, wie etwas gemacht und was erreicht werden soll?

Die Ergebnisqualität umfasst Indikatoren und Methoden, mit denen die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der vereinbarten Ziele und Ergebnisse untersucht werden. Hierbei ist die Sicht der Berater/innen ebenso gefragt wie die der Kund/innen und Auftraggeber/innen. Hauptfragestellung: Was ist erreicht worden?

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Teilnahme am Qualitätsverfahren

Voraussetzung für die Teilnahme am Qualitätsverfahren ist die Bildung einer Qualitätsgruppe, die aus mindestens drei Teilnehmer/innen besteht. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer/innen sollten Mitglieder der DGSv sein.

Die Vorbereitung auf die Qualitätsgruppe kann anhand der zur Verfügung stehenden Fragebögen von jedem/jeder Teilnehmer/in durchgeführt werden. Jede/r bestimmt ihr/sein Schwerpunktthema, an dem sie oder er arbeiten möchte. Dieses wird im Vorfeld der Qualitätsgruppe vorbereitet, um es dort vorzustellen.

In einem dreistündigen Gespräch mit der Qualitätsgruppe unterstützen die Gruppenmitglieder die/den Themeneinbringer/in durch Fragen, Assoziationen und Anregungen darin, sein/ihr Thema weiter zu entwickeln. Der Abschluss des Gespräches besteht aus einer schriftlichen Qualitätsvereinbarung, die bis zum nächsten Qualitätsgespräch umgesetzt wird.

Das Teilnahmeformular wird mit den Unterschriften aller Qualitätsgruppenteilnehmer/innen ausgefüllt an die Geschäftsstelle geschickt. Es steht als Download unter www.dgsv.de im Mitgliederbereich auf der dort eingerichteten Seite „Qualität“ zur Verfügung.

Die Teilnehmer/innen erhalten am Anfang des jeweiligen nächsten Jahres einen personalisierten Qualitätsnachweis. Teilnehmer/innen der Qualitätsgruppe, die nicht Mitglied der DGSv sind, kann leider kein Nachweis ausgestellt werden. Sind Teilnehmer/innen Mitglied im schweizerischen Berufsverband Supervision, Organisationsberatung und Coaching (BSO), so kann die Teilnahme auch auf das Qualitätsverfahren des BSO angerechnet werden. Ebenso erkennt die DGSv für den Zeitraum eines Jahres eine Teilnahme am Qualitätsverfahren des BSO an.

Nutzen

Das Qualitätsverfahren der DGSv bietet Mitgliedern die Möglichkeit, im Rahmen eines standardisierten Verfahrens etwas für die Qualitätsentwicklung ihrer Arbeit zu tun. Der fachliche Austausch mit Kolleg/innen, die Weiterentwicklung der beraterischen Kompetenz und die Unterstützung für das Selbstmanagement werden vielfach von Teilnehmer/innen als Nutzen beschrieben.

Der Verband dokumentiert die Teilnahme an dem Verfahren und kommuniziert sie über die Datenbank „Berater/innen suchen“. Dort können Kund/innen unter den einzelnen Profildarstellungen den Hinweis auf die Beteiligung am Qualitätsverfahren nachlesen. Auf der Startseite der Datenbank weist eine nach Postleitzahlen sortierte Liste auf die Teilnehmer/innen am Qualitätsverfahren hin.

Für ihre Akquise erhalten die Teilnehmer/innen einen auf ihren Namen ausgestellten Qualitätsnachweis, auf Wunsch bis zu zwanzig Stück. Teilnehmer/innen werden dadurch unterstützt, ihre Teilnahme an dem Qualitätsverfahren selbst gegenüber Auftraggeber/innen und Kund/innen zu kommunizieren.

Materialien und Unterstützungsinstrumente

Für die inhaltliche Arbeit in der Qualitätsgruppe sind unterschiedliche Materialien erarbeitet worden, die als Anregung dienen können. Sie wurden von DGSv-Mitgliedern erstellt und ihren Verbandskolleg/innen zur Verfügung gestellt. Das Material ermöglicht eine Selbsteinschätzung der eigenen Arbeit nach den Qualitätsdimensionen Struktur-, Prozess-, Konzept- und Ergebnisqualität aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Vorbereitung auf die Qualitätsgruppe kann anhand der Materialien von jedem/jeder Teilnehmer/in durchgeführt werden. Die Materialien stellen keine Standards dar, sondern können entsprechend dem Verständnis des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) folgend, für die individuelle berufliche Situation und Beratungspraxis genutzt und weiter entwickelt werden. Konzeptionell gehen die Materialien auf die Qualitätsparameter nach Donabedian (1980) zurück, der für den Dienstleistungsbereich das Struktur-Prozess-Ergebnis-Modell entwickelte.

Materialien

  • Arbeitsgruppe Organisationsinterne Supervision (2006). Fragebogen für Organisationsinterne Supervision. Zugriff am 24.6.2010 unter http://www.dgsv.de/mitgliederbereich.
  • Penka U., Temmes L., Scholz, N. (2002). Woran ist die Qualität von Supervision erkennbar? (Mind-Map), Würzburg/Berlin. Zugriff am 16.6.2010 unter http://www.supervision-scholz.de/Qualitaetsentwicklung.htm.
  • Dantscher, R., Dierstein, U., Leinfelder, A., Rickert-Hegele, R., Sehrig, J. und Veeser-Dombrowski, M. (2002). Selbstevaluation „Qualität“. (Mind-Map). Freiburg. Zugriff am 24.6.2010 unter http://www.dgsv.de/mitgliederbereich.
  • Eckhardt, U.-L., Hoffmann, M., van Kaldenkerken, C., Lorenzen, I. und Spenner-Güç, A. (2001). Dialogisches Qualitätsmanagement – ein Modell für die supervisorische Praxis. zeitschrift supervision 2001 (3), 43-52. Münster: Votum.
  • Meinzer, G., Kommission „Programm – Profil – Innovation“ des Bundesverbandes evangelischer Ausbildungsstätten (BeA) (2000). Qualitätsentwicklung an Evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik. Zugriff am 19.08.2011 unter http://www.beaonline.de/cms/docs/2005/Handreichung_komplett.pdf
  • Beer, Th. (1998). Evaluation von Supervision. Ein Beitrag zur Wirkungsforschung und Qualitätssicherung berufsbezogener Beratung. In P. Berker und F. Buer (Hrsg.) im Auftrag der Kommission Wissenschaft und Forschung der Deutschen Gesellschaft für Supervision e.V., Praxisnahe Supervisionsforschung. Felder – Designs – Ergebnisse (S. 99-129). Münster: Votum