In der Analyse von Non-Profit- und Profit-Organisationen (Krankenhäusern, Schulen, Behörden, Wirtschaftsunternehmen …) verweisen Konzepte wie „Entgrenzung von Arbeit“ und „Subjektivierung von Arbeit“ auf tief greifende Veränderungen, die in den letzten Jahren im Zuge einer globalen Flexibilisierung stattgefunden haben. Das Projekt nutzt die Erfahrungen von Beraterinnen und Beratern (Supervisoren, Coaches, Organisationsentwickler), die langjährig auf diesen Feldern tätig sind, um mit Hilfe von qualitativen Interviews dichte Beschreibungen darüber anzufertigen, welche psychosozialen Belastungen diese Veränderungen zur Folge haben und wie sie von den Organisationsmitgliedern bewältigt werden. Die Untersuchung ist als Verlaufsuntersuchung angelegt und wird dem entsprechend in regelmäßigen – zweijährigen – Abständen wiederholt.
Empirische Grundlage der – von Rolf Haubl und G. Günter Voß und ihren Mitarbeiter/innen Bettina Daser, Frank Kleemann, Ingo Matuschek, Ullrich Beumer und Anke Kerschgens – durchgeführten Studie sind Einschätzungen und Reflexionen von Supervisor/innen, die als Expert/innen tiefe Einblicke in die Organisationswirklichkeit haben. Sie verfügen über eine doppelte Expertise, die sie zu besonders attraktiven Ansprechpartner/innen macht, wenn es um die Frage der Arbeitswirklichkeit in Organisationen geht. Denn sie sind zugleich Berater/innen von Arbeitnehmer/innen und von Führungskräften und begleiten darüber hinaus organisationsübergreifende Prozesse der Organisationsentwicklung. Sie kennen Organisationen aus dem Blickwinkel verschiedener Organisationsmitglieder und verfügen über einen privilegierten Zugang zu den „Hinterbühnen“ von Organisationen. Dieser Zugang ermöglicht es ihnen, sowohl die Rolle von institutionellen Akteuren zu reflektieren, als auch die spezifische Situation am Arbeitsplatz Beschäftigter und ihre jeweiligen Bedürfnisse in den Blick zu nehmen.
Die Ergebnisse der qualitaiven Unetsuchung wurden im Rahmen der Reihe Positionen Heft 1 2009 veröffentlicht und sind mittlerweile im Buch Riskante Arbeitswelt im Spiegel der Supervision ausführlich dargestellt. Professor G. Günter Voß von der TU Chemnitz hat zu der Untersuchung eine eigene Inernetseite eingerichtet: Arbeiten und Leben in Organisationen – Psychosoziale Kosten entgrenzter Arbeit.
