Die Reform des Bildungswesens sowie strukturelle schulische Veränderungsprozesse stellen erhebliche Anforderungen zum Einen an Schulleitungen, die Kompetenz ihres Führungshandelns neuen Situationen gegenüber entsprechend zu entwickeln, zum Anderen an Lehrkräfte, das Gestalten von Beziehungen im Zuge neuer bildungspolitischer Herausforderungen weiterhin fürsorglich wahrzunehmen. Schule ist in den Blick der Öffentlichkeit gerückt und erhält zusätzlich wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Kooperationen mit außerschulischen Partnern (z.B. mit Jugendämtern oder im Rahmen der Schulsozialarbeit) sind zunehmend erforderlich. Die Kultusministerkonferenz hat 2004 in ihren Standards für die Lehrerausbildung neue Maßstäbe an die Kompetenzbildung des Lehrernachwuchses formuliert, die sich auf die Bereiche Unterrichten, Erziehen, Beurteilen und Innovieren beziehen.
Die mit den Veränderungen einhergehenden Anforderungen und Belastungen für Schulleitungen und Lehrkräfte haben in den letzten Jahren u.a. zu einem stark anwachsenden Bedarf an Information und fachlichem Know-How im Hinblick auf Beratungs- und Unterstützungssysteme geführt (Supervision, Coaching, Prozessbegleitung u.a.).
Eine Fachbroschüre „Supervision – wirkungsvolles Beratungsinstrument in der Schule“ sowie ein Informationsfolder „Supervision und Coaching für Schulleitung und Lehrkräfte“ stehen Interessierten zur Verfügung. Bundesweit – in einzelnen Regionen flächendeckend – werden Schulen mit einer Erstinformation zu Supervision und Coaching durch die DGSv versorgt. Darüber hinaus können Informationsmaterialien abgefragt werden, die weitere Beratungsformate beschreiben, die im schulischen Kontext eingesetzt werden können (Organisationsberatung, Prozessbegleitung, Moderation u.a.).
Von 2003-2006 wird eine Befragung zu „Regelungen von Supervision im Ländervergleich“ unter den Kultusministerien der Bundesländer und den ihnen direkt angeschlossenen Landesinstituten durchgeführt und ausgewertet. Die aus der Befragung entstehenden Themen, Interessen und Gesprächskontakte münden in zahlreiche Veranstaltungen und Kooperationen mit Ministerien, Landesinstituten und verschiedenen anderen Einrichtungen im Bereich Schule. Für Fragen nach Unterstützungsangeboten z.B. zu „Richtlinien von Supervision“ und zu fachlichen Aspekten von Beratungsangeboten werden konkrete Materialien entwickelt und angeboten.
Die bundesweite Konferenz „Supervision und Schule“, die die DGSv seit 2004 jährlich mit einem anderen Schwerpunktthema und wechselnden Kooperationspartnern (Universität zu Köln, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Amt für Lehrerbildung Hessen, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, Universität Hamburg) durchführt, bietet Entscheidungsträger/innen aus dem Bereich Schule die Möglichkeit des fachlichen Austausches und der Ideengewinnung durch best-practice-Beispiele. Dieser Informations-, Meinungs- und Konzeptaustausch findet große Resonanz, insbesondere wegen seiner länder- und institutionsübergreifenden Perspektive und seiner inhaltlichen Vielfalt. Die 6. Konferenz 2010 in Hamburg fokussiert das Thema „Neue Lehr- und Lernkulturen: Kompetenzerweiterung durch Supervision und Coaching in der Lehrerbildung“.
Ein Fachgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Berliner Senatsverwaltung und des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg befördert 2005 die Einführung von Supervision und Coaching in den Bereich des Gesundheitsmanagements.
Seit 2008 unterstützt die DGSv das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen bei seinen konzeptionellen Überlegungen im Rahmen der Reform der Lehrerbildung ein ausbildungsbegleitendes Coaching in die zweite Phase der Lehrerausbildung zu implementieren.
Seit 2005 erreicht die DGSv durch eine eigene Präsenz auf der Bildungsmesse „didacta“ erfolgreich auch das breite Fachpublikum aus bildenden, erziehenden und unterrichtenden Berufen und bietet Informationen zu Einsatzmöglichkeiten von Supervision und Coaching im Arbeitskontext an.
Die Herausgabe eines Themenheftes „System Schule“ der im Beltz-Verlag erscheinenden Fachzeitschrift „supervision“ wurde 2006 durch die DGSv redaktionell unterstützt. Das Heft bietet ein inhaltlich breit angelegtes Spektrum, Supervision und Schule aus unterschiedlichen Perspektiven zusammen zu denken.
Die Fachtagung „Schule gemeinsam gestalten“ wird in Hessen 2009 (staatliche Schulträger) und in Bayern 2010 (kirchliche Schulträger) mit insgesamt über 100 Schulleitungen durchgeführt. In Arbeitsgruppen können Supervision und Coaching erprobt werden.
Die DGSv hat Empfehlungen für die Implementierung von Supervision in die erste Phase der Lehrerausbildung an der Universität/Hochschule formuliert. Diese beziehen sich sowohl auf das Verständnis von Supervision im Theorie-Praxis-Transfer und den Nutzen von Supervision für die Reflexion von Berufsrolle und Beziehungsgestaltung als auch auf Rahmenbedingungen bei der konkreten Umsetzung einer Einführung von Supervision. Damit stellt die DGSv im Rahmen der bildungs- und reformpolitischen Entwicklungen Empfehlungen zur Verfügung, die die Qualitätssicherung der Reflexion der Praxisphasen in der Lehrerausbildung befördern.
Die DGSv fördert 2010 die durch die Universität Kassel durchgeführte Befragung „Salutogenese in Lehrberuf und Schule“. Die Befragung untersucht den Stellenwert von Supervision bzw. die Bedeutung einer Supervisionsausbildung für die Lehrergesundheit. Hierzu werden über 100 Mitglieder der DGSv befragt, die zugleich aktiv im Schuldienst tätig sind.
Für die Suche nach Berater/innen, die im Bereich Schule Beratungsleistungen anbieten, stellt die DGSv eine Mitgliederdatenbank zur Verfügung, in der Supervisorinnen und Supervisoren gezielt nach thematischen und regionalen Gesichtspunkten gefunden werden können. Um Fachlichkeit und Anschlussfähigkeit zu erhalten, haben sich in der DGSv über zwanzig Arbeitsgruppen „Supervision und Schule“ gebildet, in denen sich Supervisor/innen kollegial zu Themen aus dem schulischen Bereich austauschen.
Ansprechpartnerin: Annette Lentze, Referentin, +49-221-92004-0
