Über 50 Fachleute aus Ministerien, Landesinstituten, Bildungsinstituten, Studienseminaren und Universitäten fordern die Implementierung von Supervision und Coaching in die Lehrerausbildung.
Am 16. und 17. Mai 2011 haben über 50 in der Lehrerbildung tätige Expert/innen aus acht Bundesländern im Rahmen einer Tagung über den Nutzen von Supervision und Coaching für die Lehrerausbildung diskutiert. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass qualifizierte Praxisbegleitung durch Supervision und Coaching für angehende Lehrkräfte ein Schlüssel zur Steigerung der Ausbildungsqualität im Studium sein kann. „Es freut uns sehr, dass eine so große Zahl von Expertinnen und Experten dafür eintritt, dass Reflexion als konstitutives Element die Lehrerausbildung unterstützt und unseren angehenden Lehrerinnen und Lehrern hilft, ihre Rolle im sich verändernden System Schule besser auszugestalten“, so Prof. Dr. Ursula Tölle, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Supervision.
Auf Basis der Veranstaltung haben die Konferenzteilnehmenden gemeinsame Empfehlungen ausgearbeitet, die den Verantwortlichen in der Lehrerausbildung als Leitgedanken zur Implementierung von Supervision und Coaching dienen sollen. Diese sieben Leitgedanken sind:
- Supervision und Coaching sind unverzichtbare Instrumente in den Phasen der Lehrerausbildung.
- Supervision und Coaching unterstützen selbstverantwortliches Lernen.
- Auf die Ausbildungserfordernisse abgestimmte Supervision verbessert die Qualität der Lehrerausbildung.
- Supervision und Coaching sind als bewertungsfreier geschützter Raum zu gestalten.
- Supervision braucht qualifizierte Beraterinnen und Berater.
- Supervision muss als Stütz- und Entwicklungsstruktur in die Berufseinstiegsphase hinein als Angebot vorgehalten werden.
- Supervision und Coaching stärken die Entscheidungsfähigkeit hinsichtlich der Berufswahl und die Entwicklung zu einer starken Lehrerpersönlichkeit.
„Die DGSv leistet ihren Beitrag dazu, die Lehrerausbildung in Deutschland weiter zu entwickeln. Der Lehrerberuf gilt heute nicht ohne Grund als besonders herausfordernd. Die Ergebnisse der Tagung spornen uns an, mit den Verantwortlichen zu diskutieren und ihnen bei der Umsetzung zur Seite zu stehen“, so Prof. Dr. Tölle abschließend.
