Die zweijährlich von der ANSE initiierte Summer University wurde in diesem August vom kroatischen Supervisionsverband HDSOR ausgerichtet.
Rund 100 TeilnehmerInnen aus den verschiedenen Ländern wurden in einem malerischen Gebäude der Universität von Zadar von den OrganisatorInnen herzlich willkommen geheißen.
 
Als wichtige Ziele dieser Summer University benannte der ANSE Vorsitzende Sijtse de Roos in seiner Begrüßungsrede den weiteren Aufbau der ‘ANSE-Family’, den Aufbau von Vertrauen, Inspiration für die Begleitung in unterschiedlichsten Krisen – und hier intensiv miteinander zu arbeiten und intensiv miteinander zu genießen.

 
Im anschließenden Vortrag von Jikke de Ruiter (Niederlande) wurde die Rolle des Coaches ausgehend von der provokanten Frage „Gefängniswärter oder Befreier?“ beleuchtet. Die Vortragende schloss mit der Idee, dass Coaches moderne Philosophen werden könnten, die Raum zum Zuhören, Philosophieren und Dialogisieren ermöglichen. Übereinstimmend wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, dass dies ein erster Schritt sein kann, um dann mit dem Erarbeiteten engagiert in die Welt zu gehen. Der gelungene erste Tag endete mit einer ‘Welcome Party’, in der es einen ersten geschmacklichen Eindruck in die kulinarische Kultur Kroatiens gab. Neue und alte Beziehungen wurden bei gutem Essen und Wein geknüpft und gepflegt.
Auch das Programm der folgenden drei Tage war liebevoll und abwechslungsreich mit Vorträgen, Workshops, Ausflügen und Festen gestaltet. Die Tage begannen mit einer Plenarsitzung, in der Sprecher unterschiedliche Aspekte von Krisen beleuchteten und zu Diskussionen anregten. Nach der Mittagspause gab es in den verschiedenen Workshops vielfältige Möglichkeiten, mit speziellen Aspekten dieses Themas zu arbeiten. Beispielsweise mit dem  Organisationspanorama als Möglichkeit eines ersten Schrittes in Krisen im organisationalen Kontext oder inwiefern in einer Krise durch partizipative
Methoden kollektives Lernen gefördert werden kann. Einen besonderen Beitrag leisteten die Internationalen Intervisionsgruppen, indem Sie das, was Sie bisher erarbeitet und an dynamischen Prozessen in den Gruppen erfahren hatten, zur Verfügung stellten wie bspw. den Umgang mit Aggression.
An diese Workshops schlossen sich Plenarsitzungen an, in denen wesentliche Inhalte der verschiedenen Workshops reflektiert wurden, so dass alle auch einen kleinen Eindruck von den anderen parallel stattfindenden Workshops erhielten. Neben dem miteinander Arbeiten in den Sitzungen und Workshops gab es bei den Ausflügen zu den Wasserfällen des Nationalparks Krka und der über dreitausend Jahre alten Stadt Nin viel Gelegenheit zum Kennenlernen und für informellen Austausch.
Neben dem Thema Krise wurden auch andere aktuelle Themen der ANSE, insbesondere zum Themenbereich der gegenseitigen Anerkennung diskutiert. Hier wurde deutlich, dass die meisten Mitgliedsverbände der ANSE diesesThema aufgenommen und vermutlich bis zur nächsten GA 2016 eine Entscheidung getroffen haben, so dass die Delegierten mit einem eindeutigen Votum nach Wien kommen können.
Auch diese Summer University bot wieder eine gute Gelegenheit Menschen aus den unterschiedlichen Verbänden kennen zu lernen und sich in Internationalen
Intervisionsgruppen zusammen zu finden. Damit hat diese Summer University den Raum geboten für das, was Sijtse de Roos in seiner Begrüßung als wichtige Ziele dieser summer university benannt hatte und das, was die kroatischen Organisatoren intendiert hatten: Einen Beitrag zur professionellen Entwicklung von Supervision zu leisten, die Möglichkeit zu kooperieren und sich durch den Reichtum der unterschiedlichen Erfahrungen gegenseitig zu bereichern, um Herausforderungen immer besser begegnen zu können.
Der gemeinsame Abschluss zeigte noch einmal deutlich, dass diese Summer University ein reiche intensive und erfolgreiche Zeit auf unterschiedlichsten Ebenen war.
 
Bericht zum Download mit Fotos: summer university 2015