Kooperationen

Wir halten enge Verbindungen zu anderen Organisationen in Deutschland und Europa, die wie wir das Feld der Beratung weiterentwickeln. Diese Kooperationen helfen uns dabei, unsere Verbandsziele zu erreichen.

  • Gründungsmitglied des europäischen Dachverbandes Association of National Organisations for Supervision in Europe (ANSE), Wien.
  • Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Beratung e. V. (DGfB), Berlin, die seit 2004 31 Fach- und Berufsverbände als Dach- und Lobbyorganisation verbindet.
  • Mitglied im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (DV), Berlin
  • Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), Berlin
  • Mitglied im Nationalen Forum für Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e. V. (nfb), Berlin
  • Mitglied der Fördergesellschaft Sigmund-Freud-Institut e.V., Frankfurt/Main
  • Eigentümerin der AS Agentur für Supervision und Coaching GmbH, Köln
  • Partnerverbände für Supervision und Coaching: in Österreich (ÖVS), der Schweiz (BSO), den Niederlanden (LVSC) und Italien (BSC).

Bericht aus der ANSE

Das letzte Jahr war in der ANSE weiterhin geprägt durch die Weiterentwicklungen im Zusammenhang mit dem ECVision Projekt. Das Handbuch wurde in weitere Sprachen übersetzt. Die deutsch-/ englischsprachige Version wurde von BSO, ÖVS und DGSv in Kooperation mit der ANSE verlegt. Auch in der aktuellen Erhebung zum Qualitätsmanagement der nationalen Verbände wurde deutlich, dass das Glossar und die Kompetenzmatrix für die gemeinsame Qualitätsentwicklung eine wichtige europäische Grundlage darstellen.

Die Erarbeitung eines gemeinsamen Qualitätsverständnisses ist eine Grundlage der von der ANSE angestrebten gegenseitigen Anerkennung (mutual recognition). Bisher haben sich alle Mitgliedsländer bis auf die DGSv dafür ausgesprochen. Für die DGSv ist eine gegenseitige Anerkennung nur dann denkbar, wenn sicher gestellt ist, dass die Qualitätsanforderungen denen der DGSv entsprechen.

Um ein gemeinsames Qualitätsverständnis auch im Bereich der Weiterbildungsinstitute zu fördern, wird Ende 2018 in Kooperation von DGSv und ANSE die lang geplante europäische Konferenz der Weiterbildungsanbietenden stattfinden. Auf der europäische Ebene vernetzen sich immer mehr Weiterbildungsanbietende über die Grenzen hinweg. Auch für die für von der DGSv zertifizierten Weiterbildungsanbieter kann die Vernetzung mit anderen europäischen Institutionen interessante Möglichkeiten bieten.

International erfährt die ANSE immer mehr Anerkennung und wächst weiter: Frankreich und die Ukraine sind der ANSE beigetreten, der finnische Verband wird dies mit seinen 2000 Mitgliedern voraussichtlich ebenfalls tun.

Die Internationalen Intervisionsgruppen sind weiterhin ein Herzstück des gegenseitigen Begegnens von Mitgliedern und eine Quelle von Inspiration für alle. Der nächste Schritt wird hier eine Internationale Intervisionsgruppe von Lehrsupervisorinnen sein.

Die erste Ausgabe des Journals der ANSE wird bei der Summer University in Rotterdam (“MOVING & BEING MOVED” – Supervision and coaching in a rapidly changing world (21.–25.08.17)) präsentiert werden.

Miriam Ulrich, Delegierte der DGSv bei der ANSE

Bericht ANSE (PDF)

5. September 2017


Bericht vom Deutschen Verein (DV)

In den Fachausschuss „Soziale Berufe“ des Deutschen Vereins sind Repräsentantinnen und Repräsentanten der Kommunen, der Länder und des Bundes, der freien Wohlfahrtspflege und der Wissenschaft berufen sowie Personen, die relevanten fachspezifischen Organisationen angehören. Die DGSv ist seit vielen Jahren Mitglied im Fachausschuss.
Im Berichtszeitraum fanden drei Sitzungen (September 2016, Februar und Mai 2017) des Fachausschusses statt.
Vor den Sitzungen tauschen sich die Geschäftsführung der DGSv, Herr Fortmeier, und die Berichterstatterin darüber aus, welche Themen als Bericht der DGSv eingebracht werden.

Die Umbenennung der DGSv in „Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching“ stieß bei den Mitgliedern auf großes Interesse. Die Argumentation (z.B. ‚Schnittmenge‘ Supervision/Coaching, neue Tätigkeitsfelder) wurde aufmerksam verfolgt. Die Feststellung, dass mit der Weiterentwicklung „traditionelle Felder der Supervision“ nicht auf der Strecke bleiben dürften, regte die Diskussion an. Es zeigte sich, dass in der Frage von „Ausbildungssupervision“ an Hochschulen für angewandte Wissenschaft – Bereich Soziale Arbeit – intensiverer Gesprächsbedarf besteht. Herr Fortmeier wird daher im Februar 2018 an einer Sitzung des Fachausschusses teilnehmen und die damit verbundenen Herausforderungen mit den Mitgliedern diskutieren.

Christel Baatz-Kolbe, Delegierte der DGSv beim DV

Bericht Deutscher Verein (PDF)

5. September 2017


Bericht aus der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)

Die DGSv ist eines von rund 100 Mitgliedern der AGJ. Die AGJ ist der wichtigste Zusammenschluss, das bedeutendste Netzwerk in Deutschland, das die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertritt, im Grunde ein Lobby-Verband der Kinder- und Jugendhilfe. In einer der sechs Mitgliedergruppen geht es um Personal und Qualifizierung, und dort ist auch die DGSv vertreten. Die DGSv kommt vor allem dann ins Spiel, wenn es um Qualifizierung, um Qualitätssicherung der Arbeit der Menschen geht, die als (haupt- oder ehrenamtliche) Mitarbeiter*innen in den unterschiedlichsten Feldern der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind.

Für den Jahresbericht möchte ich drei Punkte herausgreifen, die für Supervisor*innen und auch für die DGSv interessant sind.

In einem Positionspapier zur Qualifizierung und Qualifikation von Fachkräften, die mit geflüchteten Familien und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen arbeiten, fordert die AGJ eine systematische und fundierte Anstrengung, die die oft überforderten Mitarbeiter*innen unterstützt. Die Kooperation mit Ehrenamtlichen hat neue Dimensionen angenommen, ebenso die Herausforderungen, die sich um das Thema „Aufenthaltsstatus“ drehen. Für die DGSv interessant: Im Positionspapier wird gefordert:

Neben klassischen Fort- und Weiterbildungsformaten ist die Bereitstellung von Coaching und Supervisionsangeboten von elementarer Bedeutung. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Teil der von den Fachkräften wahrgenommenen Überforderungsrisiken nicht fachlicher, sondern psychisch-emotionaler Natur ist, können Coaching, Supervision und angeleitete Formen kollegialer Beratung Möglichkeiten zur Rollenklärung und zur (Selbst-)Reflexion schaffen und dazu beitragen, dass Fachkräfte sich mit ihren Ängsten und Grenzerfahrungen nicht allein gelassen fühlen. Dazu gehören auch Beratungsangebote zu Fragen desUmgangs mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Radikalisierungstendenzen. Zugleich gewährleisten solche Angebote die fachliche Qualität der Arbeit. (S.11)

Ich denke, die Hausaufgaben, die auf Supervisor*innen, die in diesem Feld beraten, warten, sind klar.

In einem weiteren Feld werden aktuell die Akteur*innen aufgerufen, durch Supervision und Coaching die notwendige Qualität der Arbeit zu sichern: Für die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Pflegekinderhilfe fordert die AGJ ebenfalls die Inanspruchnahme von Supervision durch die Fachkräfte, die die Pflegefamilien begleiten und beraten. Auch hier, so die AGJ, ist nicht nur das Wissen, sondern die ständige Reflexion der Beziehungsarbeit notwendig, um die Pflegefamilien angemessen – in ihrem nicht-professionellen – Handeln zu stützen.

Im Moment noch keine konkreten Auswirkungen hat die Novellierung des Sozialgesetzbuches (SGB) VIII, des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Die AGJ ist in Beratungen einbezogen und kommentiert und nimmt Stellung zu den geplanten Veränderungen. Eine langjährige Forderung der AGJ, nämlich dass alle Kinder- und Jugendlichen mit all ihren Bedürfnissen und Ansprüchen im SGB VIII angesprochen sind. Bislang ist es so, dass Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Behinderungen große Teile ihrer Unterstützung über andere Sozialgesetzbücher realisieren müssen. Künftig soll auch hier inklusiv gedacht und finanziert werden. Ebenso wehrt sich die AGJ dagegen, für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (oft UMF abgekürzt) einen Sonderstatus zu schaffen, der es erlaubt, diese nicht wie andere Kinder und Jugendliche zu behandeln.

Die AGJ hat ihrerseits Fakten geschaffen  – der Vorstand ist um 2 Sitze erweitert worden, die explizit Vertreter*innen der Behindertenverbände vorbehalten ist.  Allerdings sind auch Entwicklungen in den Arbeitsentwürfen zu finden, die rückschrittlich sind und eher fiskalischen Überlegen folgen (also Einsparungen ermöglichen sollen) statt das Kindeswohl in den Mittelpunkt zu rücken.

Meines Erachtens wird die verstärkte Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen auch Beratungsbedarf erzeugen. Supervisor*innen sollten darauf angemessen vorbereitet sein.

Wer sich vertieft mit den Positionen der AGJ beschäftigen will, dem sei die Lektüre der AGJ-Homepage empfohlen. (www.agj.de)

Prof. Dr. Bernhard Lemaire, Vertreter der DGSv bei der AGJ

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ ist das Forum und Netzwerk bundeszentraler Zusammenschlüsse, Organisationen und Institutionen der freien und öffentlichen Jugendhilfe in Deutschland. Rechtsträger der AGJ ist der „Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe e. V.“.

Die rund 100 Mitglieder der AGJ arbeiten und wirken zusammen mit dem Ziel der jugend- und fachpolitischen Kommunikation und Kooperation auf der Bundesebene, aber auch im europäischen bzw. internationalen Kontext und bilden ein fachpolitisch kompetent arbeitendes Netzwerk in den sechs Mitgliedergruppen der AGJ.

Bericht AGJ (PDF)

5. September 2017


Bericht vom Nationalen Forum Beratung (nfb)

Das Nationale Forum Beratung (nfb) veranstaltete am 12./13.6.2017 einen Zukunftstag mit dem Ziel, neue Vorhaben zu kreieren und Finanzierungsmöglichkeiten dafür zu finden. Die Ergebnisse werden den nfb-Mitgliedern bei der MV im Dezember 2017 vorgestellt. Konkret ist an Zukunftsaktivitäten u.a. geplant, Mandatsträger der politischen Parteien für eine Mitwirkung im nfb-Kuratorium  gewinnen; und einen wissenschaftlichen Beirat einzurichten.

Das nfb ist als Koop-Partner der DGfB weiterhin mit der Kompetenzentwicklung guter Beratung sowie mit ihrer staatlichen und europäischen Anerkennung beschäftigt.

Aus DGSv-Sicht bleibt deshalb die spannende Frage zu stellen, ob nicht (und wie) die oft parallel laufenden Prozesse zum Thema ‘Entwicklung von Beratung’ mit dem nfb synchronisiert werden können – vor allem eingedenk der Aspekte „Kompetenzorientierung“ und „staatliche Anerkennungsverfahren“.


Edeltrud Freitag Becker, Delegierte
der DGSv beim nfb

5. September 2017