Wissenschaft und Forschung

Wissenschaft und Forschung. Beiträge zum Theorie-Praxis-Diskurs

Supervision und Coaching sind seit vielen Jahren im Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Für den Qualitätsanspruch unseres Verbandes sind die Zusammenarbeit mit Forschenden und die Ergebnisse ihrer Forschungen wichtige Quellen der Erkenntnis. Gemeinsam möchten wir beispielsweise verstehen, was in guter Beratung tatsächlich wirksam ist. Die DGSv unterstützt diverse Forschungsprojekte und Marktanalysen und setzt sich für die Vernetzung zwischen Hochschulen und Praktikern ein. Vorstandsmitglied Dr. Ronny Jahn zeichnet für die Wissenschaftsstrategie verantwortlich ist und kooperiert mit Dr. Annette Mulkau (stellv. Geschäftsführerin).

 


“Zum Sinn der Unterscheidung von Supervision, Coaching, Organisationsberatung

Ein Versuch, einige begriffliche Klärungen vorzunehmen, ohne sich der Bevormundung der Praxis durch die Wissenschaft schuldig zu machen

Dem anspruchsvollen Vortrag (PDF) von Dr. Thomas Loer, dem 13 Thesen (PDF) zu Grunde gelegt sind, haben im Rahmen der Mitgliederversammlung vom 28.-29.09.2018 über 100 Mitglieder interessiert zugehört. In der sich anschließenden sehr engagiert geführten Diskussion wurde deutlich, wie verschieden Herangehensweisen und Perspektiven auf die Thematik der Unterscheidung von Beratungsformaten sind, wenn Wissenschaft oder Praxis darauf blicken. Die DGSv wird auch in Zukunft Begegnungsorte von Wissenschaft und Praxis fördern.

27. November 2018


Daten, die dem Menschen dienen: Neue Technologien in der ambulanten Pflege

Neue Technologien haben das Potenzial, in der ambulanten Pflege für Entlastung zu sorgen. Gleichzeitig können sie aber auch gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen beschleunigen. Das Projekt ITAGAP (Integrierte Technik- und Arbeitsplatzentwicklung für Gesundheit in der ambulanten Pflege) zeigt Perspektiven auf.

Journal Supervision 3.2018: Beitrag von Sabine Daxberger (PDF)

20. September 2018


Bar Camp 2018
DGSv-Netzwerk Forschung

vom 12.-13.12.2018 im Werkhof Hannover.

  • Sie als Nachwuchswissenschaftlerin/Nachwuchswissenschaftler beforschen Fragen zur Supervision, zum Coaching oder zur Arbeitswelt? In einer Masterarbeit, in einer Dissertation, in einer Bachelorarbeit, in einem anderen Kontext? Sie haben Interesse am Austausch mit anderen, die auch in diesen Feldern forschen? Dann sind Sie herzlich eingeladen zum zweiten DGSv-Netzwerk Forschung. Und das gern auch, wenn Sie kein DGSv-Mitglied sind. Bei diesem Treffen sind Sie gefragt. Deswegen gibt es keine Vorträge zum „Konsumieren“. Vielmehr bringen Sie sich ein, Ihre Forschung, Ihre Anliegen, und das im Rahmen eines Bar Camp. Sie stellen kurz Ihre Forschungsfrage und Ihren Forschungsstand vor und kommen mit anderen Forschenden über Ihr Projekt ins Gespräch. Sie bekommen Anregungen und vernetzen sich. Die DGSv möchte Sie ins Gespräch bringen, untereinander und mit der DGSv.

Einladung zum Bar Camp DGSv-Netzwerk Forschung (PDF)

Kontakt und Anmeldung:
Birgit Weltermann, birgitweltermann@dgsv.de, Tel.: 0221/92004-13

22. Juni 2018


DGSv-Netzwerk Forschung

Das DGSv-Netzwerk Forschung existiert seit August 2017.  Es wird mit vielfältigen wissenschaftlichen Veranstaltungen und Initiativen 2018 weitergeführt. Die Verantwortlichen für das Netzwerk sind Prof. Dr. Frank Austermann (Vorstand), Dr. Annette Mulkau und Annette Lentze (beide Geschäftsstelle).

Premiere geglückt: das erste DGSv-Netzwerk Forschung  ist erfolgreich gestartet

Das 1. DGSv-Netzwerk Forschung fand am 16. und 17. August 2017 in Hannover statt. Diese Veranstaltungsreihe startete mit 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und hatte somit eine gute Resonanz. In einem Open Space organisierten sich ausgehend von 13 eingebrachten forschungsbezogenen Themen Workshops, die in drei Runden durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse der Workshops sind in die Fortschreibung der Wissenschaftsstrategie durch den Vorstand der DGSv eingegangen. Ein Bestandteil dieses Konzeptes sind weitere wissenschaftliche Veranstaltungen, organisiert von der DGSv. Das 2. DGSv-Netzwerk Forschung findet am 12. und 13. Dezember 2018 erneut in Hannover statt. Es richtet sich dieses Mal an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und bietet ihnen eine Plattform, den bisherigen Stand ihrer Forschungsarbeiten miteinander zu diskutieren.

Die Strategie der DGSv ist auf die Vernetzung von Forschenden ausgerichtet, deren Forschungsgegenstand Supervision und Coaching sind. In den kommenden Jahren wird das DGSv-Netzwerk Forschung mit verschiedenen Zielgruppen weitergeführt. Es wird Veranstaltungen geben, die die Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen und andere die den Dialog von Forscherinnen und Praktikern in den Mittelpunkt stellen.

18. April 2018


Gibt es achtsame Organisationen?

Eindrücke von einer Forschungswerkstatt mit Expertinnen und Experten aus Arbeitswissenschaft und Supervision mit dem Titel “Organisationale Achtsamkeit und Organisationssupervision – Arbeitswissenschaft trifft Supervision” vom 30. – 31. August 2016 in Bremen

Kurzbericht (PDF)


Das Scharlatanerieproblem

2005 hat Stefan Kühl im Rahmen einer DGSv-Studie 90 Thesen zur Entwicklung des Coaching aufgestellt. Sie sind immer noch aktuell. 

Im Rahmen der DGSv-Initiativen, Coaching als eine Qualitäts-Beratungsleistung zu beschreiben, hat die wissenschaftliche Studie von Stefan Kühl immer noch einen besonderen Stellenwert. Durch die Auswertung von 26 Tiefeninterviews mit Vertreterinnen und Vertreter aus Organisationen und Unternehmen schafft sie es, Coaching aus einer soziologischen Außensicht zu betrachten. Die Studie fokussiert scharf das Scharlatanerieproblem – also die Qualitätsprobleme im Feld des Coachings, die Professionalisierungsbemühungen und die Wirkung von Coaching in Organisationen.

Hier sind noch einmal einige der erstaunlich aktuellen Thesen:

  • 56. These: Scharlatane sind immer die anderen: Es ist gerade das Zeichen einer Nichtprofession, dass es keine Übereinstimmung bezüglich der Scharlantaneriezuweisung gibt.
  • 57. These: Die Vielfalt von Methoden und Definitionen im Coaching ist Ausdruck einer mangelnden Professionsbildung.
  • 61. These: Wegen den fehlenden Qualitätsstandards werden „Qualitätssurrogate“ wichtig: graue Haare, Falten, seriöse Kleidung, akademische Titel und Präsenz in der    Fachöffentlichkeit.
  • 69. These: Im Coaching gibt es von Anbieterseite sehr heterogene Maßnahmen zur Marktschließung: Berufsverband, Akkreditierungsstellen, DIN-Normen, wissenschaftliche Auditierungen, Akkreditierung durch Unternehmen, Verwissenschaftlichung der Ausbildung, Parasitisierung an bereits existierenden staatlichen Anerkennungen, Querprofessionalisierungen aus der Supervision.
  • 70. These: Viele dieser Professionalisierungsversuche sind lediglich Versuche, zur Herstellung eines individuell besseren Marktzuganges.
  • 89. These: Die zukünftige Herausforderung für Coaching wird sein, wie die Schnittstelle zwischen personenbezogenen Beratungsleistungen und dem Rest der Organisation gestaltet werden wird.

Prof. Dr. Stefan Kühl ist Professor für Organisationssoziologie an der Universität Bielefeld und berät Unternehmen, Verwaltungen, Ministerien und Universitäten besonders in Fragen der Strategie- und Organisationsentwicklung.

Komplette Studie:

Das Scharlatanerieproblem – Coaching zwischen Qualitätsproblemen und Professionalisierungsbemühung (PDF)