Reflexivität und Praxisrelevanz im Vordergrund: Caroline Ebel erhält den Cora-Baltussen-Preis 2020

21.10.2020Pressemitteilung

Der Vorstand der DGSv folgt der Empfehlung der Jury und verleiht den diesjährigen Cora-Baltussen-Preis an Caroline Ebel. Ebel überzeugte die Jury durch einen für die Weiterbildungspraxis in Supervision und Coaching praxisrelevanten Erkenntnisgewinn.

Hannover, 25.09.2020 – Zum vierten Mal wurde am 25. September 2020 der Cora-Baltussen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv) im Rahmen der Mitgliederversammlung in Hannover verliehen. Die Verleihung fand dieses Mal auf Grund der Corona-Pandemie unter digitaler Beteiligung der Preisträgerin statt.

Qualitativ hochwertig
Die Jury traf eine einstimmige Entscheidung, die Abschlussarbeit von Caroline Ebel zum Thema „Zwischen Wechsel und Kontinuität - Mein (berufs-)biografischer Entwicklungsprozess während der Weiterbildung zur Supervisorin/Coach“ zu prämieren. Insgesamt wurden fünf qualitativ hochwertige Arbeiten eingereicht, von denen drei empirisch und/oder theoretisch fundierte Masterarbeiten waren, zwei weitere thematische Abschlussarbeiten von Weiterbildungsinstituten.

Entscheidend war für die Jury, dass durch die Arbeit von Caroline Ebel für Qualifizierungen von Supervision und Coaching ein reflexiver Ansatz erschlossen wurde, der in die Weiterbildungspraxis heineinwirken kann.

Caroline Ebel sticht durch Reflexivität und Praxisrelevanz hervor
„In der Abschlussarbeit wird der eigene (berufs-)biografische Bildungs- und Entwicklungsprozess während der Weiterbildung zur Supervisorin/Coach in der Retrospektive bewusst nachvollzogen und in seinen Auswirkungen auf das berufliche Handeln betrachtet. Damit wird die Idee verfolgt, über die Selbst-Reflexion und Sensibilisierung für den eigenen Prozess zu einem sensibleren Verständnis für Bildungs- und Entwicklungsprozesse von anderen zu gelangen.“ So formuliert Ebel selbst ihr zielgerichtetes Vorgehen.

Caroline Ebel lebt und arbeitet heute in Wien mit Tätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Sie absolvierte ihre Weiterbildung zur Supervisorin/ Coach am ISI Hamburg. In München studierte sie Musikpädagogik und Betriebswirtschaftslehre. Über viele Jahre war sie als freischaffende Musikerin und Musikpädagogin tätig, ebenso als Musiklehrerin an Gymnasien in Bayern und Niedersachsen. Neben ihrer Tätigkeit an der Uni arbeitet sie in freier Praxis als Supervisorin und Coach.

Zur Ehre von Cora Baltussen
Die jährlich zu vergebende Preis wissenschaflticher Nachwuchsförderung wurde von der DGSv nach Cora Baltussen benannt. Damit wird die niederländische Sozialarbeiterin und Psychologin Cornelia Wilhelmina Maria Baltussen (1912 – 2005) geehrt. Sie beteiligte sich am holländischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Nach dem Krieg brachte sie die Entwicklung der Supervision in Deutschland maßgeblich mit auf den Weg.

Zusammensetzung der Jury
Die Jury gibt ihre Empfehlungen an den DGSv-Vorstand weiter. Dieser trifft die finale Entscheidung über die Preisvergabe. Ihr gehörten in diesem Jahr an:

Prof. Dr. Frank Austermann
Claudia Bredt
Dr. Ulrike Galander
Prof. Dr. Brigitte Geißler-Piltz
Ulrich Siegrist

Abstract und Gesamt-PDF der preisgekrönten Arbeit lesen. 

Über die DGSv
Die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv) ist der größte Fach- und Berufsverband für Supervisor*innen und Coaches in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 vertritt die Gesellschaft mit Sitz in Köln die Interessen ihrer über 4.200 Mitglieder. Diese beraten sowohl in sozialen Einrichtungen als auch in Wirtschaftsunternehmen. Weiterbildungsträgern bietet die DGSv deutschlandweit eine Zertifizierung zur Qualifizierung als Supervisor*in und Coach an. Aktuell sind 35 Weiterbildungen und Studiengänge von der DGSv zertifiziert. Dem Zertifizierungsverfahren liegt eines der umfangreichsten Regelwerke zur Qualitätssicherung und -entwicklung in diesen Berufszweigen zugrunde. Die DGSv arbeitet wirtschaftlich unabhängig sowie parteipolitisch und konfessionell neutral.

Ullrich Siegrist per Zoom in Kontakt mit Preisträgerin Caroline Ebel; Bildrechte: DGSv / Fotograf: Nicolas Wefers