DGSv Kompass-Tag Berlin

27.08.2021News

Habitus als Supervisor*in und Coach
Fachtagung der DGSv in Berlin am 13.05.2022

Habitus drückt sich aus in Haltungen und Verhalten, in Lebensstil, Sprache und im persönlichen Auftritt, bis hin zur Kleidung und zum persönlichen Geschmack. Er kommt durch einen fortwährenden dialogischen Prozess zwischen sozialer Umwelt und Individuum zustande und ist wahrnehmbarer Ausdruck einer Person im sozialen Raum.

Aber was ist der „Habitus als Supervisor*in und Coach“? An welchen Haltungen, welchem Verhalten, welchem Lebensstil, welcher Sprache, welchem Auftreten wäre er erkennbar, wären wir erkennbar? Führt er zu einem bestimmten Dresscode und haben Supervisor*innen und Coaches einen speziellen Geschmack? Durch welche dynamischen Prozesse im sozialen Raum wird „Habitus als Supervisor*in und Coach“ herausgebildet? Und: Gibt es diesen überhaupt? Wenn es ihn gibt, gibt es auch einen „professionellen Habitus“, von dem in unseren Standards die Rede ist?

Wir freuen uns auf einen anregenden Diskussionsprozess zu diesen und weiteren Fragen.

Folgende Themen stellen wir in den Workshops in den Fokus:

  • Habitus – Ost und West
  • Emotionen der Supervisanden
  • Supervisorische Haltung angesichts haltloser Verhältnisse
  • Habitus in Online Formaten

Tagungsprogramm Freitag, 13.05.2022

09:30 Uhr Snack & "Die Kompass-Ecke"
10:00 UhrEröffnung & Begrüßung
10:15 UhrImpulsvortrag – Prof. Dr. Bernadette Grawe
11:00 UhrVorstellung der Workshops
11:30 UhrWorkshops (1-3)
13:00 UhrMittagessen & "Die Kompass-Ecke"
14:00 UhrWorkshops (4-6)
15:30 UhrKreativpause
16:00 UhrTable Session
16:45 UhrResümee & Ausklang
17.00 UhrEnde


Folgende Workshops haben wir für Sie geplant:

Vormittag

  1. Was können Supervisor*innen mit west- bzw. ostdeutscher Prägung voneinander lernen?   

Es ist unerlässlich, sich aufgrund inner-deutscher Migration als Supervisor*in und Coach mit der eigenen habituellen Prägung auseinanderzusetzen und diese im Verhältnis zum primären Habitus des Supervisanden*in zu berücksichtigen. Dadurch werden unbewusste Begrenzungen des eigenen Handlungsspielraums, Lernfelder und Ressourcen sichtbar, was professionelle Haltung, Arbeitsbündnis und Beratungserfolg stärkt.

Workshopleiterinnen: Marion Schenk, Dipl. Betriebswirtin, Supervisorin (DGSv), Fachcoach (DGSF), Beraterin und Trainerin & &  Elke Koeppen, Medizinisch-technische Laborassistentin, Systemische Beraterin und Supervisorin (DGSv)


2. Supervisorische Haltung angesichts haltloser Verhältnisse

In diesem Workshop werden einführend Gedanken aus der psychoanalytischen Pädagogik vorgestellt als Beispiel für haltgebende Haltungen angesichts haltlosen Verhaltens in haltlosen Verhältnissen. Gemeinsam prüfen wir inwieweit sich diese Haltungen in Beratungssettings übersetzen lassen. Im Anschluss werden Grenzfälle der supervisorischen Praxis der TN untersucht und sinnvolle, supervisorische Haltungen erprobt.

Workshopleiterin: Alice Gayed, Sonderpädagogin für Erziehungshilfe und Förderpädagogik, Supervisorin und Coach DGSv Fortbildungsleitung BASTA e.V. in Leipzig


3. „Was gehen mich die Emotionen meiner Supervisand*innen an?“ –Teil 1 Theorie-Input

„Die Stimmung im Team ist heute echt ätzend!“ Manchmal fühlen sich Supervisor*innen unsicher, gelangweilt oder wütend. Häufig sind Übertragungsprozesse im Supervisor- Supervisand- Klientensystem die Ursache. Als unbewusster, aber bedeutsamer Teil der Kommunikation lassen sie systemisch Beratende oft ratlos zurück. Ihr großes Potential für die Lösung bleibt ungenutzt.

In Teil I wird das Modell des Relationalen Dialogs vorgestellt. Auf seiner Grundlage kann die systemische Haltung erweitert werden. So kann ein konstruktiver Umgang mit Unbewusstem und Affekten in der systemischen Praxis möglich werden.

Workshopleiter*in: Katja Wolterstorff, Systemische Supervisorin M.A., DGSv, Thilo Perach, Systemischer Supervisor M.A., DGSv  


Nachmittag

4. "Was gehen mich die Emotionen meiner Supervisand*innen an?“ – Teil 2 Praxis-Teil

Aufbauend auf den Theorie-Input vom Vormittag und den Erfahrungen der Teilnehmenden werden praktische systemische Bearbeitungsmöglichkeiten für den Umgang mit Übertragungsprozessen vorgestellt. Welche spezifisch systemische Haltung ist nötig, damit Übertragungsprozesse wahrgenommen, reflektiert und konstruktiv in den Beratungsprozess eingebracht werden können? Welches systemische Handwerkszeug eignet sich hierfür besonders gut?

Workshopleiter*in: Katja Wolterstorff, Systemische Supervisorin M.A., DGSv, Thilo Perach, Systemischer Supervisor M.A., DGSv  


5. "Supervision zwischen Krise und Routine – wie entwickelt sich ein professioneller Habitus?"

Der Verlauf einer Supervision oder eines Coaching bringt für Beteiligte eine Reihe von Anforderungen, die mit Unsicherheiten zu tun haben. Ohne  Routinen ist das nicht zu bewältigen. Wie entwickelt und vertieft sich ein professioneller Habitus? Die Reflexion unsicherer Momente aus der Praxis der Teilnehmer*innen ermöglicht, eigene Habitualisierungsprozesse nachzuvollziehen und theoretisch zu verankern.

Workshopleiterin: Prof. Dr. Bernadette Grawe, Supervisorin (DGSv) und Lehrsupervisorin, Trainerin für Gruppendynamik (DGGO).


6. "Habitus in Online Formaten"

In Supervision und Coaching werden vermehrt Online-Formaten eingesetzt. Oft nicht als erste Wahl, sondern als pragmatische Antwort auf die aktuellen Bedingungen. Was verändert sich in einem Online-Setting im Vergleich zur Präsenz? Wie verändern sich Verhalten, Sprache und der Auftritt in den Online-Formaten? 

Workshopleiterin: Katja Wolter, Dipl. Betriebswirtin, M.A., Supervisorin und Coach (DGSv), Leiterin Steinbeis-FZ-Institut für Ressourcen-Entwicklung, www.steinbeis-inre.de


Die Kompass-Ecke

Besonders im Bereich von Supervision und Coaching ist das Knüpfen und Pflegen von Kontakten sowie der Austausch von Informationen essenziell. Im Rahmen der „Kompass-Ecke“ haben Sie Zeit zum Netzwerken. Gerne möchten wir Sie dazu einladen Ihr Infomaterial mitzubringen und sich über Erfahrungen, Kompetenzen und mögliche Interessen auszutauschen..

Anmeldeschluss: 31.01.2022

Bitte melden Sie sich mit dem Online-Anmeldeformular an.

Tagungshaus: Hotel Rossi, Lehrter Str. 66, 10557 Berlin

Hotelzimmer:
Hotel Rossi , Tel.: 0330 993 800, reservierung@hotel-rossi.de, Codewort zum Abruf von Zimmern "Kompass-Tag", abrufbar bis zum 31.03.2022, EZ 109,00 €, inkl. Frühstück

Motel One Berlin-Hauptbahnhof, Angebot für Abrufkontingent folgt.

Kosten: Die Veranstaltung ist kostenfrei. Es entsteht eine Verpflegungspauschale von 49,00 €.

Die Verpflegungspauschale ist direkt vor Ort im Hotel Rossi in Bar zu entrichten. Alternativ können Sie den Betrag im Voraus per Kreditkarte an das Hotel Rossi übertragen.

Sie erhalten in beiden Fällen vor Ort eine Rechnung.


Hinweise zum Anmeldeverfahren und Rücktrittskonditionen (PDF)

Bei Fragen zur Anmeldung: birgitweltermann@dgsv.de.