
In Sozialwirtschaft aktuell (Nomos Verlag) hat DGSv-Mitglied Uwe Kowalzik in der Kolume „Was mich bewegt“ seinen Beitrag veröffentlicht. Darin geht es um ein Thema, das viele kennen, aber selten offen diskutiert wird: die Realität von Führung in sozialen Organisationen.
Führungskräfte arbeiten oft im permanenten Krisenmodus: Personalmangel, knappe Ressourcen, hohe Verantwortung – und gleichzeitig der Anspruch, Teams zu entwickeln und Stabilität zu sichern.
Die beschriebenen Spannungen kennt Kowalzik aus seiner Beratungstätigkeit ebenso wie aus eigener langjähriger Führungserfahrung.
Wenn Führungskräfte an ihre Grenzen kommen – und wir darüber schweigen
Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit: Mehr als die Hälfte der Fachkräfte in sozialen Arbeitsfeldern berichten von hoher Erschöpfung oder Burnout-Risiken. Führungskräfte sind davon nicht ausgenommen.
Typische strukturelle Belastungen:
- Dauerhafte Überlastung wird zur Norm
- Organisationschaos entsteht systembedingt
- Kontrolle ersetzt Vertrauen in unsicheren Situationen
- Zeit für Reflexion, Coaching oder Feedback fehlt
- Der ständige Spagat zwischen Anspruch und Realität erschöpft
Begriffe wie New Leadership, Authentizität, Empathie oder Achtsamkeit meinen es gut – greifen in der Praxis aber oft zu kurz.
Vor allem, weil sie die Kontextbedingungen häufig ausblenden.
Die Botschaft des Autors: Die Sozialwirtschaft braucht keine Held*innen, sondern ehrliche Rahmenbedingungen.
Dazu gehören:
- realistische Erwartungen an Führung
- eine offene Organisationskultur
- klare Rollen- und Verantwortungsverteilung
- verlässliche politische und finanzielle Unterstützung
Wenn wir diese Realität nicht klar benennen, wird Überforderung unsichtbar – und diejenigen, die wir am dringendsten benötigen, stoßen oft als Erste an ihre Belastungsgrenzen.
SWa Heft 24/2025 jetzt beim NOMOS Verlag erwerben – Beitrag „Was mich bewegt“ auf S. 5