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Modellprojekt Duisburg: 360°-Supervision wirkt!

31.08.2026, 14:11 Uhr | Geändert: 01.09.2026, 09:35 Uhr
Modellprojekt Duisburg 360°-Supervision wirkt

Wenn verschiedene Institutionen parallel mit denselben Familien arbeiten, entstehen häufig Schnittstellenprobleme: Missverständnisse zwischen Fachkräften, Loyalitätskonflikte, fehlende Abstimmung – und am Ende Stagnationen im Fallverlauf, die alle Beteiligten belasten. Das Jugendamt der Stadt Duisburg hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching ein innovatives Supervisionsformat entwickelt, das genau hier ansetzt: die 360°-Supervision.

Ein Reflexionsraum für komplexe Fälle

Das Format ersetzt klassische Hilfeplangespräche durch einen strukturierten, wertschätzenden Reflexionsraum. Alle beteiligten Fachkräfte – unabhängig von ihrer institutionellen Zugehörigkeit – bringen ihre Perspektiven gleichberechtigt ein. Ohne schriftliche Vorbereitung, aber mit klarer Struktur und einer nicht-bewertenden Haltung entsteht so ein gemeinsamer Erkenntnisprozess, der neue Hypothesen und kreative Lösungsansätze ermöglicht.

Seit 2024 wird das Format erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Die Evaluationsergebnisse aus 2024 und 2025 sind deutlich:

  • 95–100 % der Teilnehmenden berichten von Problemlösungsfortschritten
  • Fachkräfte erleben spürbare Entlastung und gestärkte Handlungssicherheit in hochbelasteten Fällen
  • Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird nachhaltig gefördert – auf Augenhöhe und ohne Konkurrenzdenken
  • Alle Beteiligten beschreiben die Supervision als fachlich bereichernd und reflexionsfördernd

Supervision als Standardinstrument der Zukunft?

Das Duisburger Modell liefert starke Argumente dafür, fallbezogene Supervision zu einem festen Bestandteil der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu machen – gerade dort, wo die Komplexität wächst und interdisziplinelle Zusammenarbeit gut gestaltete Reflexionsräume braucht.

Die DGSv sieht in diesem Ansatz ein zukunftsweisendes Beispiel dafür, wie professionelle Supervision systemische Wirkung entfalten kann: nicht nur für einzelne Fachkräfte, sondern für ganze Kooperationsstrukturen und die Menschen, die sie begleiten.

Ergebnisse und Ausblick: Broschüre und Veranstaltung

Alle Hintergrundinformationen – Entstehungsgeschichte, Praxiseinblicke, Evaluationsergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Übertragbarkeit auf andere Kontexte – sind in der neuen Broschüre „360° Supervision wirkt!“ zusammengefasst.

Wer das Format direkt von den Projektverantwortlichen aus Duisburg kennenlernen möchte: Am 15. September 2026, 17:00–20:00 Uhr, wird das Modell im Rahmen des DGSv Kompass digital live vorgestellt. DGSv-Mitglieder können sich über dort via Login direkt anmelden.

Für mehr Informationen steht Ihnen Projektkoordinatorin Manuela Wittig zur Verfügung.

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