
Neues Vorstandsteam: der DGSv-Vorstandsvorsitzende Robert Erlinghagen und DGSv-Vorständin Dr. Tina Heitmann. Fotos: Philippe Ramakers und Nina Penner
Die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv) stellt die Weichen für die Zukunft mit einer neuen Führung. Seit dem 1. August 2026 ist Robert Erlinghagen neuer Vorstandsvorsitzender und tritt damit die Nachfolge von Dr. Annette Mulkau an. Ab dem 1. September wird das Vorstandsteam durch Dr. Tina Heitmann komplettiert.
Robert Erlinghagen: Zuhören, Bündeln und die Stärken der Supervision betonen
Robert Erlinghagen, Jahrgang 1969 und bereits seit Juni 2022 im Vorstand der DGSv, bringt umfassende Expertise als Politikwissenschaftler, Supervisor, Coach und Organisationsberater (DGSv) mit. Er ist Redaktionsmitglied und Mitherausgeber der Fachzeitschrift supervision – Mensch Arbeit Organisation sowie Chefredakteur des Journal Supervision (Mitgliedermagazin und Inspirationsdienst der DGSv). Vor seiner Vorstandstätigkeit war er langjährig Inhaber der Beratungsfirma mindshaker.
Als Vorstandsvorsitzender sieht sich Robert Erlinghagen als Impulsgeber, der in den Verband und die Welt da draußen hineinhorcht. Die DGSv-Community steht im Mittelpunkt: Der Verband sei „zuerst und vor allem für seine Mitglieder da“. Ihm ist es zentral, die einzigartige Qualität supervisorischer Beratung sichtbar zu machen: „Gründlichkeit und akribische Haltung, ein hoher professionellen Anspruch und eine Verpflichtung auf die Prinzipien der Aufklärung, also selbstständigem, kritischem Denken und Handeln auf Grundlage von Vernunft und Wissenschaft.“ Er ist davon überzeugt, dass Beratung in dieser unübersichtlichen Welt vor allem der Komplexität der Herausforderungen gerecht werden muss. Supervisorische Beratung könne das und sei damit ein starkes Gegenmodell zur Suche nach einfachen Lösungen.
Dr. Tina Heitmann: „Fremdes vertraut machen“ und die Verbindung von Theorie und Praxis
Neu im Vorstand ist ab dem 1. September Dr. Tina Heitmann (geb. 1977). Die promovierte Beratungs- und Erziehungswissenschaftlerin, Diplom-Sozialpädagogin und Supervisorin verbindet gelebte Supervisionspraxis mit wissenschaftlicher Fundierung. Sie bringt breite Feldkompetenz aus vielen Jahren Praxis an der Hochschule, in der Kinder- und Jugendhilfe, Sozialberatung und anderen Bereichen mit. Als Fulbright-Stipendiatin studierte sie mit Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung an einer US-amerikanischen Universität – eine internationale Perspektive, die ihren Blick auf Kontexte und Kulturen prägt. Als Co-Host des Podcasts „Überblick-Supervision“ trägt sie aktiv zur fachlichen Diskursgestaltung bei.
Ihre methodische Herangehensweise ist „verstehensorientiert“: Bevor mit Supervisand*innen gemeinsam adäquate Handlungsoptionen entwickelt werden können, muss eine Situation bestmöglich unter Berücksichtigung des spezifischen Kontextes verstanden werden. Sie nutzt dabei einen ethnografischen Blick, um „das Fremde vertraut zu machen und das Vertraute zu befremden“.
Dr. Tina Heitmann betont die untrennbare Verbindung von Theorie und Praxis: „Praxis ohne theoretische Basis ist nicht professionalisiert.“ Diese Haltung, die Erfahrungswissen und theoretisches Wissen als interdependent betrachtet, wird sie in ihre neue Rolle im Vorstand einbringen.
Mehr über den neuen Vorstand lesen sie im Interview mit Robert Erlinghagen und im Porträt von Dr. Tina Heitmann.