Die Suche nach einer qualifizierten Supervisor*in oder einem Coach ist eine wichtige Entscheidung – schließlich geht es um Vertrauen, professionelle Begleitung und den Erfolg Ihrer Beratung. Doch wie erkennen Sie, ob eine Supervisor*in oder Coach wirklich zu Ihnen passt? Und worauf sollten Sie achten, um sicherzugehen, dass Sie gute Supervisor*innen finden, die Ihre Erwartungen erfüllen?
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie mit der DGSv-Mitgliedschaft als Qualitätsmerkmal und einer fundierten Recherche die richtige Wahl treffen. Erfahren Sie, warum Qualität, fachliche und persönliche Kompetenz der Berater*innen entscheidend sind, wie ein gelungener Beratungsprozess aussieht und woran Sie erkennen, dass die zwischenmenschliche Ebene stimmt. Denn eine erfolgreiche Supervision oder ein Coaching leben nicht nur von fachlicher Expertise, sondern auch davon, dass Sie sich wohlfühlen und Vertrauen aufbauen können. Ob Sie nun auf der Suche nach Unterstützung für Ihre Berufsrollenreflexion, Teamentwicklung oder berufliche Weiterentwicklung sind – mit den richtigen Kriterien finden Sie Supervisor*innen, die Sie wirklich weiterbringen. Lesen Sie weiter und entdecken Sie, wie Sie erfolgreich den Auswahlprozess gestalten.
Warum sollte ich auf das Qualitätsmerkmal DGSv-Mitgliedschaft achten?
Wer auf der Suche nach qualifizierten Supervisor*innen ist, sollte in erster Linie auf die DGSv-Mitgliedschaft achten. Durch die hohen fachlichen und ethischen Standards der DSGv können Sie die Qualität der Beratung und die Qualifikation der Supervisor*innen leicht erkennen und überprüfen. Darüber hinaus hilft der DGSv Berater-Scout, die Suchfunktion auf der Webseite des DGSv, kompetente und erfahrene Berater*innen in der Umgebung zu finden. Der größte Teil der Mitglieder der DGSv hat eine von der DGSv zertifizierte, mehrjährige Qualifizierung absolviert oder ist gerade dabei, dies zu tun. Ein kleinerer Teil hat in einem individuellen Aufnahmeverfahren nachgewiesen, dass er vergleichbare Qualifikationen und Kompetenzen erworben hat.
Warum DGSv Mitglieder hohe Voraussetzungen erfüllen?
Nur wer durch eine zertifizierte Qualifizierung oder über das individuelle Aufnahmeverfahren nachgewiesen hat, dass er*sie die erforderlichen Qualifikationen mitbringt, kann Mitglied der DGSv werden. Die Mitgliedschaft ist somit ein Qualitätsnachweis. Neben der DGSv gibt es noch einige weitere Verbände, die Zertifizierungen anbieten. Die DGSv hat allerdings die vergleichsweise höchsten Standards in Deutschland.
Die DGSv ist der mitgliederstärkste Berufsverband für Supervisor*innen mit rund 4.700 Mitgliedern. Neben Supervision bieten Supervisor*innen oft auch noch andere Beratungsdienstleistungen, vor allem auch Coaching und/oder Organisationsberatung. In vielen Fällen treffen Sie mit DGSv-Mitgliedern eine gute Wahl.
Schon die Zulassung zu einer Supervisionsweiterbildung ist voraussetzungsreich. Gefordert sind:
- ein abgeschlossenes Studium
- mindestens drei Jahre Berufserfahrung
- die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen im Umfang von 300 Unterrichtsstunden und
- die eigene Teilnahme an Supervisionen.
Ausnahmen davon sind möglich, da Berufsbiografien auch andere Wege bieten, entsprechende Vorerfahrungen zu sammeln.
Konnten die Bewerber*innen die Voraussetzungen erfüllen, erwarten sie in der Weiterbildung über 600 Präsenzstunden, in denen sie ihre Fähigkeiten im Bereich der Supervision auf- und ausbauen. Nach dieser Weiterbildung nehmen Supervisor*innen regelmäßig an berufsbegleitenden Fortbildungen teil, um wissenschaftlich stets auf dem neuesten Stand zu sein. Und sie lassen sich selbst supervidieren oder bilden Intervisionsgruppen, um ihre eigene Arbeit zu reflektieren. Intervision bedeutet die Besprechung und Reflexion der eigenen Beratungspraxis im Kreis von vertrauten Kolleg*innen.
Zum Selbstverständnis der Mitglieder der DGSv gehört es auch, dass sie sich den Prinzipien der Aufklärung verpflichtet fühlen, dem selbstständigen, kritischen Denken und Handeln auf Grundlage von Vernunft und Wissenschaft. Sie wollen nützliche, gewinnbringende, funktionale Reflexionsprozesse von Menschen und Organisationen unterstützen. Zugleich übernehmen sie eine gesellschaftliche Aufgabe, indem sie Demokratisierung, Diskursfreundlichkeit, Reflexivität, Emanzipation und Transparenz fördern sowie für klare Rollen und Verantwortlichkeiten in der Arbeitswelt sorgen.

Wie recherchiere ich richtig um qualifizierte Supervisor*innen zu finden?
Neben der DGSv-Mitgliedschaft oder der Zertifizierung durch andere Verbände sollten Sie auch prüfen, welche anderen Weiterbildungen die Supervisor*innen und Coaches mitbringen. Erfahrung in der Praxis ist ein weiteres Qualitätsmerkmal. Darüber hinaus bringen viele Berater*innen in der Regel Feldkompetenz aus einer früheren oder weiteren beruflichen Tätigkeit mit, oft in der Soziale Arbeit, dem Bereich der Psychologie, aber auch aus vielen anderen Branchen. Manchmal ist eine solche Grundkenntnis eines beruflichen Feldes von Vorteil, manchmal ist es aber auch ratsam, jemand besonders „Fremden“ zu suchen, die*der dann auch scheinbare Selbstverständlichkeiten hinterfragt. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, können Sie neben dem DGSv Berater-Scout auch über Websites oder Social-Media-Präsenzen Informationen über Berater*innen einholen. Zudem können Sie im privaten und beruflichen Umfeld nachfragen: Vielleicht kann hier jemand Berater*innen empfehlen. Die Veröffentlichung von Fachartikeln oder -büchern kann ebenfalls ein guter Hinweis auf Professionalität, Qualität und theoretische Kenntnisse der Berater*innen sein.
Wie erkenne ich gute Supervisor*innen?
Die formale Qualifikation ist selbstverständlich nicht alles. Achten Sie daher darauf, ob die Supervisor*innen
- kommunikative Kompetenz
- emotionale Kompetenz
- fachliche Kompetenz
- soziale Kompetenz
mitbringen, denn gerade eine professionelle Kommunikation ist entscheidend für einen guten Beratungsprozess.
Zudem ist eine gute Supervision immer spezifisch auf Ihre Situation und Ihr Anliegen zugeschnitten. Gute Supervisor*innen hören genau zu und gehen auf Ihre spezifischen Fragen ein, sie investieren Zeit in die Auftragsklärung. Sie verkaufen keine Methode und kein Schema F.
Idealerweise sind Supervisor*innen in der Lage, ihre Klient*innen zu stärken und in ihrer Reflexions- und Handlungsfähigkeit zu verbessern. Seien Sie aber skeptisch, wenn Ihnen das Blaue vom Himmel versprochen wird. Eine gute Supervision kann anstrengend sein und manchmal klappt nicht alles. Supervision wird auch Sie selbst gelegentlich aus Ihrer eigenen Komfort-Zone herausholen. Supervision erkennt auch an, dass es für manche Probleme keine gute Lösung gibt, und dass es trotzdem gut und wichtig ist, auch solche Probleme zu verstehen und immer wieder neu zu bearbeiten.
Weitere Aspekte, an denen Sie gute Supervisor*innen erkennen, sind:
- Methodenkompenz und Methodenvielfalt
- organisatorische Voraussetzungen wie geeignete Räumlichkeiten und Erreichbarkeit
- klare und transparente Kosten und Vertragsgestaltung
- die Fähigkeit zur Selbstreflexion
- die Fähigkeit, jederzeit zu begründen, wie sie arbeiten.
Was macht gute Supervisor*innen aus?
Gute Supervisor*innen bringen neben starken Kommunikationsfähigkeiten auch vieles andere mit:
- Analysefähigkeit
- Ambiguitätstoleranz
- Empathie
- Diskretion
- Zuverlässigkeit
- Belastbarkeit
- die Fähigkeit, eine tragfähige, vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufzubauen
- die Fähigkeit, mehrere Dimensionen gleichzeitig im Blick zu behalten: Person, Rolle, Team, Organisation, Aufgabe, Stakeholder (Kund*innen, Patient*innen, Klient*innen etc.)
Zudem sollten Supervisor*innen in schwierigen Situationen Klarheit schaffen und den Überblick behalten. Gute Supervisor*innen können Situationen gut analysieren und reflektieren. Wichtig ist auch, dass gute Supervisor*innen Möglichkeiten und Grenzen der Supervision aufzeigen und Klarheit darüber schaffen, was sie selbst leisten können und was nicht.
Zum Selbstverständnis der Supervisor*innen, die Mitglied der DGSv sind, gehört außerdem die Überzeugung, dass Impulse der Supervisand*innen einbezogen werden und den Ablauf des weiteren Prozesses transparent zu machen.
Worauf sollte ich beim Erstgespräch achten?
Nach einer fundierten Recherche können Sie einen oder mehrere Supervisor*innen, die in die engere Auswahl kommen, kontaktieren. Der nächste Schritt ist dann ein Erstgespräch. Dieses bietet nicht nur die Gelegenheit, Fragen zu stellen und erste organisatorische Aspekte zu klären, sondern hilft auch dabei zu prüfen, ob die Chemie stimmt und ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellbar ist. Ein unverbindliches Erstgespräch sollte in der Regel kostenlos sein.
Der zwischenmenschliche Aspekt ist gerade im Beratungsbereich nicht zu unterschätzen. In diesem ersten Gespräch können Sie zugleich erste Einblicke in die Arbeitsweise der Supervisor*innen gewinnen und prüfen, ob diese zu Ihren Zielen und Anliegen passt. Und bei dieser Gelegenheit können Sie bereits Ihre Anliegen ansprechen und besprechen, ob und wie der/die Supervisor*in oder Coach Sie unterstützen kann.
Wann ist ein Beratungsprozess erfolgreich?
Aufgrund ihrer Herkunft aus unterschiedlichen Traditionen, haben Supervision und Coaching unterschiedliche Perspektiven auf die Frage des Erfolgs.
Coaching ist deutlich stärker erfolgs- und lösungsorientiert. Es ist oft auch anlassbezogen und dient dazu, ein klar umrissenes Ziel zu verfolgen, dass idealerweise auch erreicht wird.
Supervision dient stärker der Berufsrollenreflexion. Besonders in Berufsfeldern, wo Menschen mit und am Menschen arbeiten (Soziale Arbeit, Gesundheitswesen, Bildung usw.), stellen sich immer wieder ähnliche Fragen, z.B.: Wie sehr lasse ich mich auf das Schicksal der mir anvertrauten Menschen ein, und wie viel Distanz brauche ich, um handlungsfähig und professionell zu bleiben? Für diese immer wiederkehrenden Fragen gibt es keine eindeutigen Lösungen. Es ist Ausweis von Professionalität, sich darüber immer wieder neu Gedanken zu machen. Erfolg ist dann eher die Fähigkeit, dauerhaft professionell arbeiten zu können. Und Supervision bietet einen qualitativ hochwertigen Rahmen für diese Reflexion bzw. steigert die Reflexionsfähigkeit. Sie dient der Qualitätssicherung.
Ganz praktisch führen Supervision und Coaching sehr oft dazu, dass Supervisand*innen eine neue Perspektive einnehmen können, dass sie auf neue Ideen kommen, dass sie die Komplexität einer Situation noch besser verstehen können und aufgrund dessen zusätzliche Handlungsalternativen gewinnen.
Fazit: Qualität und persönliche Passung sind Grundlagen des Erfolgs
Die DGSv-Mitgliedschaft ist Ihr wichtigster Qualitätsindikator: Sie garantiert, dass Supervisor*innen und Coaches hohe fachliche und ethische Standards erfüllen – von einer mehrjährigen, zertifizierten Ausbildung über Berufserfahrung bis hin zu regelmäßiger Weiterbildung und Selbstreflexion. Doch neben der Qualifikation entscheidet vor allem die persönliche Passung: Eine erfolgreiche Supervision lebt von Vertrauen, offener Kommunikation und der Fähigkeit der Berater*in, Sie in Ihrer Reflexion zu stärken – ohne vorgefertigte Lösungen, aber mit Empathie, Methodenkompetenz und Klarheit über Grenzen und Möglichkeiten des Prozesses. Ein Beratungsprozess ist dann gelungen, wenn er Ihnen neue Handlungsoptionen eröffnet, Ihre Professionalität nachhaltig fördert oder Raum für die immer wiederkehrenden Fragen Ihrer Berufsrolle bietet.
Die Qualität guter Supervisor*innen baut also auf verschiedenen fachlichen, methodischen und persönlichen Säulen auf. Ebenso vielfältig sind die Wege, um qualifizierte Supervisor*innen zu finden. Ein erster Blick in den DGSv Berater-Scout ist für viele Ratsuchende der erste Schritt. Hier erfahren Sie, welche Supervisor*innen in Ihrer Region ansässig sind, welche Qualifikationen sie mitbringen und welche Beratungsformen sie anbieten. Die endgültige Entscheidung für eine Begleitung durch eine*n Supervisor*in oder Coach fällt dann häufig im persönlichen Gespräch. Wir beraten und begleiten Sie gern bei der Suche nach passenden Supervisor*innen. Kontaktieren Sie uns gern!