Supervisor*innen unterstützen Menschen, Teams und ganze Organisationen bei der Reflexion über Rollen, Aufgaben, Ziele in der Arbeitswelt, über Qualität der Arbeit, über Kommunikation, über Strukturen, über soziale Beziehungen und viele, viele andere Fragen in der Arbeitswelt.
Gerade in Bereichen, in denen die psychische Belastung für Mitarbeitende sehr hoch ist, sind Supervisor*innen gefragt. So zum Beispiel im Bereich der Sozialen Arbeit oder des Gesundheitswesens, wo die primäre Aufgabe die Arbeit mit und am Menschen ist. Hier müssen Mitarbeitende ihre professionelle Position in der Spannung zwischen Nähe und Distanz zu Klient*innen und Patient*innen immer wieder neu finden. Aber auch in der freien Wirtschaft sind die fundierten Kompetenzen von Supervisor*innen gefragt. Führungskräfte-Coaching, Leitungssupervision, Teamentwicklung und Organisationsberatung gehören dabei zu den Standard-Arbeitsaufträgen. Doch wie wird man eigentlich Supervisor*in?
Wer kann Supervisor*in werden?
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Das bedeutet, grundsätzlich kann jede*r Supervisor*in werden. Es ist aber eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit, weshalb eine gründliche Qualifizierung äußerst empfehlenswert ist.
Die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv) als Berufs- und Fachverband hat die höchsten Standards für Supervisionsweiterbildungen und -studiengänge. Sie bietet deutschlandweit Weiterbildungsträgern wie Instituten oder Hochschulen die Zertifizierung ihrer Qualifizierungen an. Die Kennzeichnung „DGSv zertifiziert“ gilt branchenübergreifend als anerkanntes Qualitätssiegel.
Schon während der Qualifizierung werden Sie als Berater*in tätig. Ihre ersten Beratungsprozesse werden im Rahmen der Qualifizierung reflektiert und begleitet. Im Anschluss machen sich viele Supervisor*innen beruflich selbstständig, andere bieten ihre Dienstleistungen nebenberuflich an. Daher ist es schwierig, allgemeingültige Aussagen zum Einkommen aus der Arbeit als Supervisor*in zu treffen, da die Einnahmen vom individuellen Arbeitsmodell und natürlich von der Auftragslage abhängen. Letztere ist weit überwiegend sehr gut. In manchen Regionen finden Auftraggeber gar nicht genug Supervisor*innen für all ihre Prozesse.
Wenn Sie sich für eine Qualifizierung zur*zum Supervisor*in nach den DGSv-Standards interessieren, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
- Sie erfüllen die Eingangsvoraussetzungen, d.h. Sie haben ein Studium an einer Hochschule/Universität abgeschlossen, blicken auf mindestens drei Jahre Berufserfahrung zurück und haben bereits an längerfristigen beratungsrelevanten Fort- oder Weiterbildungen im Umfang von insgesamt wenigstens 300 Unterrichtsstunden teilgenommen. Und Sie haben Erfahrungen mit reflexiven Beratungsformaten und -prozessen im Spannungsfeld Person – Rolle – Organisation – Klientensystem.
- Sie starten mit anderen Voraussetzungen und erfüllen nicht alle diese Kriterien, bringen aber fachliche, personale und soziale Kompetenzen mit, die den erfolgreichen Abschluss einer Qualifizierung erwarten lassen. Dann kann eine Regelung über alternative Zugänge zur Qualifizierung getroffen werden.
Schon die Zulassung zur Qualifizierung ist also voraussetzungsreich.
DGSv-zertifizierte Bildungsanbieter
Um Supervisor*in zu werden, ist eine Mischung aus praktischer Erfahrung und theoretischem Wissen notwendig, das in der Qualifizierung vermittelt wird. Es geht um Reflexionsfähigkeit, Handlungsfähigkeit und beraterisches Wissen – und um einen eigenen supervisorischen Habitus. Damit ist gemeint, dass in den Qualifizierungen nicht nur Know-how vermittelt wird, sondern eine neue berufliche Identität entsteht. Das ist oft aufregend, bereichernd, durchaus auch eine Herausforderung und für sehr, sehr viele Teilnehmer*innen eine lebensverändernde Erfahrung.
DGSv-zertifizierte Weiterbildungen werden von verschiedenen Instituten bundesweit angeboten. Einige Universitäten bieten auch ein Supervisionsstudium an.
Jetzt DGSv-zertifizierte Qualifizierungen finden.
Wie läuft eine solche Supervisionsqualifizierung ab? Die Qualifizierung basiert auf den Standards der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv). Diese sehen unter anderem einen Umfang von mindestens 640 Zeiteinheiten vor und müssen von den Bildungsanbietern erfüllt sein, damit sie eine DGSv-Zertifizierung erhalten. Sie finden berufsbegleitend statt und oft in Seminarform am Wochenende. In der Regel kann man mit drei bis vier Jahren rechnen, bis der Abschluss Supervisor*in und/oder Coach DGSv erreicht ist. Wer eine Qualifizierung absolviert, kann außerordentliches Mitglied der DGSv werden, wer sie abgeschlossen hat, kann ordentliches Mitglied werden.
Auch die Qualifizierung selbst ist also noch einmal anspruchsvoll und umfangreich. Ehrlicherweise ist dies auch mit einer Investition verbunden, da Studien- bzw. Kursgebühren sowie weitere Kosten für Lehrsupervision anfallen. Viele Bildungsanbieter ermöglichen Ratenzahlung oder schließen individuelle Vereinbarungen. Fragen Sie direkt bei der Studienleitung oder im Institut bei der Weiterbildungsleitung nach.
Im Ergebnis haben Sie dann aber einen der qualitativ hochwertigsten Abschlüsse, die es in Deutschland im Bereich der arbeitsweltlichen Beratung gibt und sind Teil einer kompetenten Community. Fazit: eine kluge Investition in eine Karriere, die mit zunehmender Komplexität der Arbeitswelt immer gefragter wird. Wenn Sie also auf der Suche nach einer passenden Ausbildung im Bereich Supervision und Coaching sind, achten Sie darauf, ob die Qualifizierung Ihrer Wahl DGSv-zertifiziert ist. Derzeit arbeiten knapp 30 Weiterbildungsanbieter mit der DGSv zusammen, die ihre Angebote auf Basis der DGSv-Standards entwickelt haben.
Supervisionsqualifizierung als Karrieresprungbrett
Supervision, Coaching und Organisationsberatung mit supervisorischer Kompetenz wird auch in den kommenden Jahren ein sehr gefragter Bereich sein, denn die Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Damit steigen auch die Anforderungen an Mitarbeitenden, an Führung und an die Organisationen. Viele hiervon lassen sich mit externer Beratung besser bewältigen. Generell sind die beruflichen Chancen für Supervisor*innen in allen Bereichen der Wirtschaft gut. Daher legt eine Supervisionsqualifizierung die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere. Viele nutzen Supervisionsqualifizierungen inzwischen auch, um sich auf Führungsaufgaben besser einzustellen.
Zertifizierte Weiterbildung zum Supervisor (DGSv) lohnt sich
Die Ausbildung zur*zum Supervisor*in und der Weg in die Mitgliedschaft der DGSv ist anspruchsvoll, aber lohnenswert für alle, die Menschen in herausfordernden beruflichen Situationen begleiten und stärken möchte.
Wer Empathie, Kommunikationsstärke und analytisches Denken mitbringt, findet in der Supervision eine bedeutsame berufliche Perspektive mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.
Informieren Sie sich jetzt über DGSv-zertifizierte Qualifizierungsangebote in Ihrer Nähe und machen Sie den ersten Schritt in Richtung Ihrer Karriere als Supervisor*in!