Termin

SPACES. Räume gestalten, Orte erfahren, Positionen beziehen.

12. Verbandsforum DGSv

Beginn: 24.04.2026, 12:30 Uhr

Ende:25.04.2026, 14:00 Uhr

Hotel Franz
Steeler Str. 261
45138 Essen

Zum Veranstaltungsort

Termindetails

Die Bedeutung äußerer und innerer Räume in der supervisorischen Arbeit.

In Supervision, Coaching und Organisationsberatung gestalten und eröffnen wir Räume für Dialog, Verstehen, Positionieren, Überprüfen, Differenzieren, Sortieren und Aushandeln. Dadurch entstehen im besten Fall innere und äußere Räume, in denen gelebte demokratische Praxis stattfindet. Im nächsten Verbandsforum gehen wir den Fragen nach, wie diese Gestaltung gelingt. Wir erleben, dass Räume nicht mehr selbstverständlich vorhanden sind, dass es herausfordernder wird, stabile Rahmen zu schaffen, Räume aufzuspannen, zu gestalten und zu halten. Wo verengen sich gerade Räume durch gesellschaftliche, politische oder ökonomische Entwicklungen?

Zum Einstieg wagen wir mit dem Architekten und Stadtplaner Dr. Jan Kattein ein Experiment über Ankommen, Beteiligung und die Auswirkungen von Raumgestaltung. Sein Londoner Büro Jan Kattein Architects gilt international als führendes Büro für Placemaking und partizipatives Design. (www.jankattein.com) .

Am zweiten Tag vertiefen wir das Thema mit Dr. Thomas Fuchs mit dem Vortrag: „Raum ist in der kleinsten Hütte. Zur Phänomenologie von Umgebungsbedingungen“. Herr Dr. Fuchs ist als Psychotherapeut, Autor von Fachartikeln zur Gestalttheorie und ihren Anwendungen und in der Ausbildung von Psychotherapeut*innen tätig.

In diesem Verbandsforum bieten sich viele Möglichkeiten zum Austausch und zur Diskussion in verschiedenen Workshops, unter anderem zu generativen Räumen, Grenzen im digitalen Raum, Supervisor*innen ohne Grenzen, Raumverständnis im Psychodrama, zum sicheren Raum...

Wir von der AG Verbandsforum freuen uns auf eine lebendige Veranstaltung mit vielen Perspektiven, Diskussionen und Anregungen.

Programm:

Tag 1

ab 12.00 Uhr Check-In
12.30 Uhr 'Essen in Essen’ kreativer Auftakt zum 12. Verbandsforum, hierzu bitte eine eigene Tischdecke mitbringen.
13.30 Uhr Vortrag Dr. Jan Kattein:
„Die soziale Baustelle: Wie räumliche Interventionen Communities stärken.“
14.30 Uhr Kaffeepause
15.00 Uhr Vorstellung der Workshops
15.30 Uhr Workshops
17.30 Uhr Kurzpause
18.00 Uhr Relay-Interview
19.00 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Abendveranstaltung
23.00 Uhr Ende

Tag 2

09.00 Uhr Einstieg
09.15 Uhr

Vortrag Dr. Thomas Fuchs: 
„Raum ist in der kleinsten Hütte. Zur Phänomenologie von Umgebungsbedingungen“

10.15 Uhr Vorstellung der Workshops
10.45 Uhr Pause
11.15 Uhr Workshops
13.00 Uhr Pause
13.15 Uhr Schlussintervention: "Was heißt das für den Verband?"
13.45 Uhr Verabschiedung
14.00 Uhr Ende des Verbandsforums

 

Workshops, Tag 1

  1. „Im Raume lesen wir die Zeit“ – Beratung in generativen Räumen und Settings
    In der Gestaltung der Beratungsräume, in denen wir Supervision und Coaching durchführen, spiegelt sich auch unser historisch gewachsenes, aktuelles Supervisionsverständnis und begrenzt es gleichzeitig. In diesem Workshop soll untersucht werden, welche Räume eine Supervision bräuchte, die sich auch als generative Organisationsberatung weiterentwickeln möchte und wie angemessene Raumkonstellationen aussehen müssten, die die anstehenden Veränderungen der Profession unterstützen.

    Dr. Ullrich Beumer, Dipl. Pädagoge, Coach/Supervisor (DGSv) und Organisationsberater, Mitglied der ISPSO (International Society for the Psychoanalytic Study of Organisations), Geschäftsführer inscape gGmbH Köln, Partner inscape-group, Gastwissenschaftler am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt a.M., Köln.

  2. Raus aus den vier Wänden – Rein in die Natur !?
    Dieser Workshop lädt Sie ein, den Naturraum als Erweiterung Ihres beraterischen Handlungsrepertoires zu entdecken. Im Fokus steht der Austausch über individuelle Erfahrungen, Haltungen und Potenziale der Beratung in der Natur. Gemeinsam reflektieren wir diese Erkenntnisse und diskutieren Chancen für Ihre eigene beraterische Praxis. Ergänzend werden ausgewählte Ergebnisse meiner Masterthesis im Rahmen einer Online-Umfrage unter allen DGSv-Mitgliedern zur Beratung im Naturraum vorgestellt.

    Christoph Böcker ist seit mehr als 25 Jahren als Sonderpädagoge an einer Förderschule tätig. Der im Münsterland lebende Sonderpädagoge entdeckte im Laufe seiner Berufstätigkeit – vertieft durch zahlreiche Fortbildungen in der Natur- und Erlebnispädagogik – zunehmend den Naturraum als wertvolles Wirkungsfeld für seine pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die durchweg positiven Erfahrungen mit seinen Lerngruppen motivierten ihn schließlich dazu, sich auch mit den Möglichkeiten der Beratung in natürlichen Umgebungen auseinanderzusetzen.
    Im Herbst 2025 schloss er sein Masterstudium in Supervision und Coaching an der Katholischen Hochschule Münster ab, wobei ihn auch dort bereits die Frage leitete, wie sich der Naturraum gewinnbringend in die Beratung integrieren lässt. In diesem Zusammenhang widmete er sich im Rahmen seiner Masterthesis intensiv der Fragestellung, in welcher Weise Supervisorinnen und Supervisoren der DGSv diesen Raum bereits heute professionell in ihre Praxis einbeziehen.

  3. Ost und West – immer noch? - Unterschiedliche Erfahrungsräume. Gemeinsame Verantwortung.
    Ost und West – immer noch? 35 Jahre nach der Wiedervereinigung stellt sich diese Frage vielen nicht mehr. Dennoch sind Ost- und Westdeutschland weiterhin unterschiedliche Erfahrungsräume, die Biografien, berufliche Wege und Identitäten prägen.

    In diesem Workshop richten wir den Fokus auf ostdeutsche Perspektiven. Wir schauen darauf, welche Themen in ostdeutschen Supervisionskontexten besonders relevant sind. Gleichzeitig hinterfragen wir, ob sich Herausforderungen primär auf ostdeutsche Räume beziehen. Was verbindet Ost und West? Wo können wir Brücken bauen und voneinander lernen? Wie ist nachhaltige Kooperation möglich?

    Im gemeinsamen Austausch reflektieren wir Räume in Ost und West, schärfen unsere Haltung und diskutieren, welche Rolle Supervision und Coaching in gesellschaftlichen Transformationsprozessen und für den Erhalt einer lebendigen Demokratie aktuell und in Zukunft spielen. Dieser Workshop ist eine Einladung an ost- und westdeutsche Supervisor*innen, über das hinauszugehen, was wir bisher annehmen zu wissen.

    Tina Spengler ist 1989 in Magdeburg geboren, in der Magdeburger Börde aufgewachsen und lebt seit 2012 in Münster. Biografisch und beruflich bewegt sie sich zwischen Ost und West, Stadt und Land, Wirtschaft und Wissenschaft, Führung und Beratung, Deutschland und Frankreich. Diese Erfahrung prägt ihren Blick auf Herkunft, Kultur, Sprache, Erwartungen und Machtverhältnisse sowie ihre professionelle Haltung in Supervision, Coaching und Beratung.

  4. Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? „Kultur“ im supervisorischen Denken und Arbeiten
    Das Konzept "Kultur" hat in Supervision und Coaching eine hartnäckige Präsenz, insbesondere, wenn es um internationale Kontexte geht. Im Workshop werden Kulturbegriffe, die oft zu Stereotypisierung führen, hinterfragt. Die Berücksichtigung von Diversität und Intersektionalität kann demgegenüber zu einer Sichtweise führen, die die Komplexität individueller Identitäten erfasst, ohne gleichzeitig den Kulturbegriff ganz über Bord zu werfen. Eine Möglichkeit ist hier, „Kultur“ als „Repertoire von Gewohnheiten innerhalb von Kollektiven“ bei gleichzeitiger individueller Handlungsfreiheit zu verstehen.

    Der Workshop bietet Raum zu Erfahrungsaustausch und Reflexion, um „Kultur“ in Supervision und Coaching zu berücksichtigen, ohne gleichzeitig Stereotype zu verfestigen.

    Dr. Luise Steinwachs ist systemische Supervisorin, Gestalttherapeutin, hat zu internationalen Themen in Soziologie promoviert und war viele Jahre in der internationalen Zusammenarbeit tätig. Sie arbeitet vor allem mit (Nichtregierungs-)Organisationen, die in internationalen Zusammenhängen aktiv sind, und hat sich mit anderen Kolleg:innen im DGSv-Netzwerk „Supervision und Coaching in Nichtregierungsorganisationen (NRO)“ zusammengeschlossen.

  5. Vom Verlust der dritten Dimension in der digitalisierten Arbeitswelt
    Der „Raum“ verliert durch Digitalisierungsprozesse seine Bedeutung. Ubiquitäre, computervermittelte Kommunikation macht es beliebig, wo wir arbeiten. Avatare simulieren Präsenz, Roboter führen ‚remote‘ Tätigkeiten aus. Wir kommunizieren effizient. Und sprengen die Fesseln, die uns die Körper und Räume auferlegen. Die Arbeitswelt entledigt sich einer begrenzenden Dimension. Oder gibt es Gründe, an der dritten Dimension festzuhalten? Was macht den Körper, die Räume zwischen Körpern und die Wege zwischen Räumen zum Gewinn? Welche Gründe gibt es, an den Zumutungen der Leiblichkeit und dritten Dimension festzuhalten?

    Prof. Dr. Volker Walpuski,
    DGSv Supervisor/Coach, Studiengangsleiter "Supervision und Coaching (Master of Arts)"  an der Evangelischen Fachhochschule Freiburg.

  6. In Vorbereitung
  7.  

Workshops, Tag 2

  1. Räume im Psychodrama – erleben, erforschen, reflektieren
    Das Psychodrama nach Jacob Levy Moreno stellt ein handlungs- und erlebnisorientiertes Verfahren dar, bei dem innere Prozesse auf der psychodramatischen Bühne erfahrbar und veränderbar werden.
    Welche Möglichkeiten ergeben sich aus dem Verfahren Psychodrama für das Format Supervision? Und wie können diese in szenisch-kreativer Weise gestaltet und erlebbar werden?

    Diesen Fragen wollen wir im Workshop gemeinsam nachgehen. Anhand der eigenen Rolle als Supervisor:in werden wir psychodramatische Räume öffnen, betrachten, erforschen und im Hinblick auf die supervisorische Praxis reflektieren.

    Caroline Ebel ist in freier Praxis als Supervisorin, Coach und Fortbildnerin tätig. Ihre Ausbildung in Supervision und Coaching hat sie am ISI in Hamburg mit einem szenisch-kreativen Schwerpunkt gemacht. Dort bildet sie inzwischen auch selbst Supervisor*innen aus. Ursprünglich hat sie Musikpädagogik und Betriebswirtschaft studiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien.

  2. Boundary Management in Theorie und Praxis
    Grenzen strukturieren, schützen und ermöglichen Beziehungen. Oft bleiben sie jedoch diffus oder werden als belastend empfunden. In diesem Workshop werden zentrale Konzepte des Boundary Managements – theoretisch wie praktisch - skizziert. Durch Eigenwahrnehmung und Austausch reflektieren wir, was Grenzen für uns als Berater*innen und unsere Klient*innen bedeuten. Praktische Tipps geben Anregungen, wie das Thema Grenzen in der Beratungspraxis bearbeitet werden kann.

    Andreas Nolten, DGSv-Supervisor/Coach, Studium der Volkswirtschaftslehre (Dipl. Vw.), Personalentwicklung (M.A.) und Organisationsberatung (M.A.)

  3. Wie gestaltet Sprache Raum?
    Die gesprochene Sprache ist ein zentrales Gestaltungsmedium im Raum der Supervision. 

    Schon an der Quelle der Beratungsprozesse stehen Erzählungen. Klient*innen erzählen ihren Berater*innen was ihnen widerfahren ist. Und auch im Ausklang der Beratungsprozesse wird erzählt. Gegenstand dieser bilanzierenden Erzählungen ist dann meist, welche Verwandlung die ursprüngliche Problemerzählung im Verlauf der Zusammenarbeit in der Beratung erfahren hat.

    Probleme treten unter anderem dadurch ins Bewusstsein, dass unser Erzählfluss stockt. Wir können uns auf das, was uns widerfährt, keinen rechten Reim mehr machen, sind möglicherweise sprachlos. Der unterbrochene oder fragmentierte Bericht korrespondiert in aller Regel mit einer Unterbrechung des Handlungsflusses. Und umgekehrt: Sobald eine Erzählung über die krisenhafte, unaufgelöste Situation entsteht, die einen stimmigen Ausgang verheißt, steigen die Chancen für neue Handlungsfähigkeit. Ein wesentlicher Teil von Supervision besteht in der Unterstützung einer stärkenden Variation von Erzählungen.

    Der Workshop soll nachvollziehbar machen, wie Sprache den Raum öffnet, schließt oder variiert. Metaphern, die Verkörperungspotenziale von Sprache, sowie die Kraft der sozialen Sprachspiele bergen einen großen Reichtum an Ressourcen für Beratung."

    Klaus Obermeyer, Hamburg. Selbständiger Supervisor / Coach (DGSv). Arbeitsschwerpunkt u.a.: Narrative, sprachliche und ästhetische Aspekte von Beratung.Buchveröffentlichung dazu: Obermeyer, Klaus (2023): Arbeitsgeschichten. Narrative Zugänge in Beratung, Coaching und Supervision.

  4. Sicher genug?“ - Der sichere Ort als Wirkfaktor in traumasensiblen Supervisionsprozessen
    In der traumasensiblen Supervision kommt dem mehrdimensionalen Konzept des sicheren Ortes eine besondere Bedeutung zu. Der Workshop verbindet theoretische Impulse (Trauma und Traumafolgen, Traumasensibilität als grundlegende Haltung, die Dimensionen des sicheren Ortes in der Supervision) mit der Möglichkeit der gemeinsamen Reflexion der supervisorischen Arbeit in verschiedenen Praxisfeldern, um traumaspezifisches Fallverstehen und eine traumasensible Organisations- und Teamkultur zu fördern.

    Sybille Teunißen ist als Psychologische Psychotherapeutin, als Supervisorin, Coach und in der Fortbildung tätig. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Behandlung komplextraumatisierter Menschen und die traumasensible Supervision im Gesundheitswesen, der psychosozialen Beratung, der Justiz und im Bildungsbereich.

  5. „Der Ort, an dem Probleme warten lernen.“ - Containment als Instrument in der Supervision
    „Höher, schneller, weiter“ – das Motto unserer Zeit kennt jede:r Supervisor:in. Der Druck, Prozesse kurz zu halten, schnell Lösungen zu präsentieren und Ergebnisse liefern zu müssen, ist allgegenwärtig. Dass dieser Ansatz nicht immer zum gewünschten Resultat führt, wissen wir aber ebenfalls.

    In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Theorie des Containments – ein psychoanalytisches Modell, das Halt, Strukturierung und Entschleunigung ermöglicht. Anhand von Praxisbeispielen und im kollegialen Austausch übertragen wir die Prinzipien des Containments auf die supervisorische Berufspraxis und reflektieren, wie sie in der eigenen Praxis hilfreich sein könnten.

    Anna-Lena Thies kommt aus Laer im Münsterland und ist Europäische Ethnologin. Seit 2017 arbeitet sie als Supervisorin und Coach, vor allem im Gesundheitswesen, im Führungskräfte- und Potentialträger:innen-Coaching und der Jugendhilfe.
    Seit November 2025 ist sie im Leitungsteam des Fortbildungsinstituts für Supervision (FiS).


  6. Embodiment - Workshop in Vorbereitung

    N.N.


Die Auswahl der Workshop erfolgt vor Ort!


Verpflegungspauschale:

  • 50 € Nicht-Mitglieder in Weiterbildung
  • 45 € ordentliche Mitglieder
  • 30 € außerordentliche Mitglieder

Anmelde- und Rücktrittsbedingungen

Bitte beachten Sie die Anmelde- und Rücktrittsbedingungen (PDF). 

Anreise
Sie erreichen das Hotel Franz leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Anfahrt | Hotel Franz. Bitte beachten Sie jedoch die Baustellenhinweise des Hotels: Anfahrt | Hotel Franz 

Veranstalter

Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv)
Hohenstaufenring 78
50674 Köln

Anmeldung

Die Anmeldung zu diesem Termin ist Mitgliedern der DGSv vorbehalten. Wenn Sie Mitglied sind und an dem Termin teilnehmen möchten, loggen Sie sich bitte ein. Wenn Sie an dem Termin teilnehmen möchten und noch kein Mitglied sind, können Sie sich über die Mitgliedschaft informieren.

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